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Achtung: Braune Hundezecke nistet sich auch in Wohnungen ein | BR24

© Universität Hohenheim/Katrin Fachet

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Achtung: Braune Hundezecke nistet sich auch in Wohnungen ein

Hundebesitzer aufgepasst - Ihr Liebling kann eine eingewanderte Zeckenart in die Wohnung einschleppen, wo sich die "Braune Hundezecke" pudelwohl fühlt. Dort kann sie sich zur Plage auswachsen und auch auf den Menschen übergehen.

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Mit dem Klimawandel wächst nach Ansicht von Forschern die Gefahr von Infektionen durch eingewanderte Zeckenarten - wie zum Beispiel durch die Hyalommazecke. Es gibt aber noch eine weitere Zeckenart, die aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika eingewandert ist und sich inzwischen auch in Deutschland wohlfühlt: die Braune Hundezecke.

Braune Hundezecke - unauffällig und flink

Die Braune Hundezecke ist etwas im hungrigen Zustand etwa drei Millimeter groß. Wenn sie vollgesogen ist, kommt das Weibchen auf zwölf Millimeter. Die Zecke mag Temperaturen um 25 Grad und wartet in kleinen steinigen Spalten darauf, dass sie einen Wirt befallen kann. Sie bevorzugt Hunde - in Ausnahmefällen aber auch Menschen. Das Fiese daran: Anders als andere Zecken fühlt sich die Braune Hundezecke in Wohnungen, eingeschleppt von Ihrem Vierbeiner, pudelwohl. Dort kann sie sich regelrecht zur Plage auswachsen. Ein Zeckenweibchen dieser Art kann bis zu 4.000 Eier ablegen. Das kann sich schnell innerhalb einiger Monate zu Tausenden von Zecken in der Wohnung aufsummieren.

© dpa-Bildfunk/Fabian Sommer

Die braune Hundezecke

Bei Befall mit Braunen Hundezecken: Experten zu Rate ziehen

Katrin Fachet vom Fachgebiet Parasitologie der Universität Hohenheim in Stuttgart rät bei einem Befall, sich an Experten zu wenden, die sich mit dieser Zeckenart auskennen. Denn falsche Maßnahmen könnten die Situation womöglich noch verschlimmern - mit stark erhöhtem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier.

Braune Hundezecke kann auf den Menschen übergehen

Wenn der Wirt, also Ihr Hund, für die Zeckenpopulation nicht mehr ausreicht, weicht die Zecke auch auf den Menschen aus. Zwar konnten bisher weder FSME oder Borreliose-Erreger bei der Braunen Hundezecke nachgewiesen werden, aber sie kann andere Krankheiten übertragen. Hunde können schwer daran erkranken, aber auch auf Menschen kann sie das Mittelmeer-Fleckfieber übertragen.

Die Zeckenart kann sich vermutlich bereits in Deutschland halten

Bislang gingen Experten davon aus, dass solche Zecken von Hunden etwa im Auslandsurlaub aufgenommen und im Fell nach Deutschland gebracht wurden. Das ist auch so - aber nicht in jedem Fall. "Es sind auch bereits Exemplare an Hunden gefunden worden, die ihren Hof nie verlassen hatten", sagte die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. "Das ist ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier halten kann."

Uni Hohenheim bittet um Mithilfe

Hohenheimer Forscher wollen untersuchen, auf welchen Wegen das Spinnentier nach Deutschland gelangt und wie es sich hier verbreitet. "Wir wollen außerdem mehr darüber wissen, welche Krankheitserreger es möglicherweise gibt und was man gegen die Braune Hundezecke tun kann", so Fachet. Die Forscher wollen die betroffenen Fälle gerne vom Anfang bis zum Ende des Befalls betreuen. Sollten Sie daher häufiger eine ungewöhnliche Anzahl an Braunen Zecken in einem Gebäude bemerken oder sollte Ihr Hund sehr stark von Zecken befallen sein, die der Braunen Hundezecke ähnlich sehen, dann schicken Sie bitte eine E-Mail mit Bild der Zecke an hundezecken@uni-hohenheim.de.

Gesucht: Riesige Hyalomma-Zecke!

Erst vor kurzem hatte die Universität Hohenheim vor der sehr großen Hyalomma-Zecke gewarnt, die vermutlich erstmals in Deutschland überwintert hat. Die in Afrika, Asien und Südeuropa heimische Zecke ist dreimal so groß wie normale Zecken, hat gestreifte Beine und überträgt gefährliche Krankheiten. Die Uni Hohenheim bittet um Mithilfe bei der Erforschung dieser Art - und um Ihre Zecken.

Hyalomma-Zecke kann gefährliche Krankheiten übertragen

Die tropische Zeckengattung Hyalomma ist nicht ungefährlich: "In ihrer Heimat gilt die Hyalomma-Zecke als Überträgerin einiger Krankheitserreger. Dazu gehören die Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers", erklärt Ute Mackenstedt. Bislang gehen die Forscher nicht davon aus, dass die Hyalomma-Zecke auch FSME oder Borreliose überträgt.