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Gutscheine in Corona-Zeiten: Wie lange sind sie gültig? | BR24

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Fristen beachten: Wann verlieren Gutscheine ihren Wert?

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    Gutscheine in Corona-Zeiten: Wie lange sind sie gültig?

    Socken? Krawatte? Schenken ist schwierig in Zeiten, wo viele alles haben. Auch Corona erschwert die Suche nach einem Geschenk. Gutscheine sind deshalb ein beliebte Variante. Man sollte aber einiges beachten, denn manchmal haben sie ihre Tücken.

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    Von
    • Marlene Riederer

    Wenn die Ideen ausgehen, die Zeit knapp wird und ein Einkaufbummel aufgrund von Corona nur im Internet möglich ist, ist ein Gutschein ein beliebtes Geschenk.

    Gutscheine in Corona-Zeiten

    Auch Gutscheine für Theater, Kinos, Buchhandlungen oder kleine Läden sind in der Corona-Pandemie eine gute Idee, denn es könnte ihr Überleben sichern. Wenn das Einkaufen oder kulturelle Veranstaltungen dann wieder möglich sind, können die Gutscheine eingelöst werden. Ganz risikolos ist das allerdings nicht, denn wenn das Unternehmen Insolvenz anmeldet, besteht die Gefahr, dass man seinen Einsatz nicht erstattet bekommt.

    Was tun, wenn die Frist im Shutdown abläuft?

    Sie haben schon einen Gutschein? Und der Gutschein läuft ausgerechnet jetzt ab, wo Sie ihn wegen Corona nicht einlösen können? Sie können beruhigt sein, dann die Frist verlängert sich um diesen Zeitraum, so die Verbraucherzentralen.

    Wie lange sind Gutscheine grundsätzlich gültig?

    Wenn Sie einen Geschenkgutschein bekommen, sollten Sie einiges beachten, damit er nicht seinen Wert verliert.

    • Ist der Gutschein unbefristet, also ohne Ablaufdatum? Dann gilt er für eine Frist von drei Jahren. Die Frist beginnt immer erst am Schluss des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Beispiel: Wenn Sie im Mai 2020 einen unbefristeten Gutschein geschenkt bekommen haben, müssen Sie ihn erst bis spätestens zum 31. Dezember 2023 einlösen.
    • Hat der Gutschein eine befristete Gültigkeitsdauer? Das ist in der Regel rechtens, außer die Frist ist zu knapp bemessen. Das Oberlandesgericht München zum Beispiel hat festgestellt, dass ein Gutschein für einen Einkauf bei einem Internethändler nicht auf ein Jahr befristet sein darf. Ist die Gültigkeitsdauer zu knapp bemessen, gilt der Gutschein bis zur Verjährung. Anders sieht es zum Beispiel mit Gutscheinen für eine Theaterveranstaltung aus, die an die Spielzeit gebunden sind. Das gleiche gilt auch bei Dienstleistungen wie Kosmetikbehandlungen oder Stadtrundfahrten. Da darf die Frist kürzer sein. Grund dafür ist, dass die Kosten für den Anbieter steigen könnten, zum Beispiel durch höhere Löhne. Schauen Sie also genau hin, ob sich auf dem Gutschein ein Hinweis auf die Gültigkeit befindet. "Gültig zwölf Monate" oder "einzulösen bis ...". Manchmal findet sich dieser Hinweis aber auch nur im Kleingedruckten!

    Was passiert, wenn der Gutschein abgelaufen ist?

    Ist die Gültigkeit eines befristeten Gutscheins abgelaufen, ist kein Händler mehr verpflichtet, den Gutschein anzunehmen. Allerdings hat nach Ansicht der Verbraucherzentralen dann der Kunde einen Anspruch darauf, einen Teil des Geldes zurückzuerhalten. Der Händler darf davon lediglich seinen entgangenen Gewinn einbehalten, denn schließlich hätte er bei rechtzeitiger Einlösung des Gutscheins ein Umsatzgeschäft gemacht. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt vom Einzelfall ab.

    Bei einem unbefristeten Gutschein kann sich der Händler allerdings auf eine Verjährung berufen. Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren (siehe oben). Dann können Sie auch kein Geld mehr verlangen. So entschied auch das Landesgericht Oldenburg am 20.08.2013 (Az. 16 S 702/12). Das gilt auch, wenn die Gutscheinfrist zu kurz bemessen war.

    Ist ein Gutschein namentlich gebunden?

    Auch wenn auf dem Gutschein ein Name angegeben ist, bindend ist das nicht. Der Gutschein kann von jedem anderen auch eingelöst werden - es sei denn, es gibt bestimmte Einschränkungen. Ist das Angebot des Gutscheins auf eine bestimmte Person zugeschnitten und erfordert zum Beispiel bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen, etwa bei einer sportlichen Aktivität, gilt das nicht.

    Wie sieht es mit dem Wert und der Leistung des Gutscheins aus?

    Es ist keine gute Idee, einen Gutschein für etwas zu verschenken, wo der Beschenkte noch draufzahlen muss, wenn er ihn in Anspruch nehmen möchte. Ein Gutschein von 20 Euro für eine Massage, die 40 Euro kostet, macht nicht wirklich Freude. Auf jedem Gutschein muss stehen, wer ihn ausgestellt hat und wie hoch der Betrag ist.

    Gutscheine können nicht gegen Geld eingetauscht werden

    Händler sind nicht verpflichtet, den Wert des Gutscheins in bar auszuzahlen. Schließlich will der Händler ja ein Geschäft machen und Ware verkaufen. Er muss nicht einmal den Restbetrag, der bei dem Kauf eines Produktes ggf. noch auf der Gutscheinkarte ist, auszahlen, so die Verbraucherzentralen. Der Kunde darf aber den Gutschein stückweise einlösen, wenn es für den Händler zumutbar ist.

    Was ist, wenn der Händler pleite geht?

    Pech hat der Gutscheinbesitzer, wenn der Händler pleite geht. Wer einen Gutschein kauft, geht in Vorkasse und hat in so einem Fall das Nachsehen. Der Gutschein ist wertlos. Allerdings können sich Betroffene mit ihrer Forderung an den Insolvenzverwalter wenden.

    Gute Idee: Gutscheine selber gestalten

    Verbraucherschützer raten, sich lieber genau zu überlegen, ob der Beschenkte mit dem Gutschein etwas anfangen kann. Denn je nach Gutscheintyp wird laut Schätzungen bis zur Hälfte nicht eingelöst - zur Freude der Händler. Wer einen selbst gemachten Gutschein verschenkt, hat mitunter weniger Sorgen und ist flexibler: Die Ablauffrist legt der Schenkende selbst fest, den Betrag sowieso und die Stückelung auch.

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