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90 Corona-Erkrankte mit Blutplasma-Spenden behandelt | BR24

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An der Uniklinik Regensburg sind seit dem Frühjahr etwa 90 Corona-Patienten mit Blutplasma behandelt worden. Die Mediziner sind vorsichtig optimistisch, was die Wirkweise dieser Methode betrifft. Spender werden allerdings weiter dringend gesucht.

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90 Corona-Erkrankte mit Blutplasma-Spenden behandelt

An der Uniklinik Regensburg sind seit dem Frühjahr etwa 90 Corona-Patienten mit Blutplasma behandelt worden. Die Mediziner sind vorsichtig optimistisch, was die Wirkweise dieser Methode betrifft. Spender werden allerdings weiter dringend gesucht.

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  • BR24 Redaktion

Nur ein paar Milliliter Blutplasma sind nötig, um einem akut an Covid-19-Erkrankten zu helfen. An der Uniklinik Regensburg sind seit dem Frühjahr etwa 90 Menschen mit einer Blutplasma-Spende behandelt worden.

Ärzte optimistisch über Wirkung von Blutplasma

Im April hatten die Krankenhäuser erstmals um die Mithilfe von Menschen gebeten, die eine Infektion mit dem Coronavirus durchgestanden und eine Immunisierung entwickelt hatten. Antikörper aus deren Blut sollten jenen Covid-19-Kranken verabreicht werden, in deren Blut sich keine Antikörper gebildet hatten.

Einige Monate später sind Mediziner vorsichtig optimistisch, was die Wirkweise dieser Methode betrifft. Allerdings sei die Gabe "von Rekonvaleszentenplasma ist kein Wundermittel", bilanziert Thomas Müller, Leiter der Intensivmedizin. Für bestimmte Patienten könne sie aber eine unterstützende Maßnahme sein. Das gelte vor allem für Patienten, die sich in einem frühen Stadium der Erkrankung befinden, beziehungsweise bei denen Covid-19 einen mittelschweren Verlauf nimmt.

RKI: Antikörper spielen Schlüsselrolle

Beim Robert Koch-Institut (RKI) heißt es, eine passive Immunisierung sei bereits zur Eindämmung von Kinderlähmung, Mumps und Masern sowie vor Jahren gegen Sars eingesetzt worden. Die virusspezifischen neutralisierenden Antikörper "scheinen eine Schlüsselrolle bei der Viruselimination" zu spielen. In dem Blutplasma befänden sich zudem unter anderem Proteine wie das entzündungshemmende Zytokin, so dass eine Transfusion bei Covid-19 "vorteilhaft sein könnte".

Mehr Blutplasma benötigt als bei erster Corona-Welle

Blutplasma-Spenden würden noch benötigt, teilweise mehr als während der ersten Corona-Welle, sagt Robert Offner, Leiter der Transfusionsmedizin an der Uniklinik Regensburg. "Der Bedarf ist allerdings schwankend, er hängt vom Schweregrad der aufgenommenen Covid-19-Patienten ab."

Neue Spender sind willkommen

Die bayerischen Universitätskliniken helfen sich bei dringendem Plasmabedarf gegenseitig aus, wie der Oberarzt sagt. Die Transfusionsmedizin arbeite zurzeit mit etwa einem Dutzend Spendern, die regelmäßig spendeten, eng zusammen. Neue Spender, die nicht nur einmalig spenden wollten, seien weiterhin willkommen.

Eine Blutplasma-Spende verläuft ähnlich einer ganz normalen Blutspende. In Frage kommen genesene Corona-Infizierte zwischen 18 und 60 Jahren, wenn sie mindestens seit 14 Tagen wieder beschwerdefrei sind, nach der Erkrankung zweimal in Folge negativ getestet wurden und auch sonst gesund sind.

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