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8 Millionen Jahre alt: Überreste riesiger Schildkröte gefunden | BR24

© Ivo Marusczyk/ARD

Eine Schildkröte der Superlative: bis zu einer Tonne schwer, drei Meter lang und acht Millionen Jahre alt. Die Überreste der Riesenschildkröte Stupendemys geographicus wurden jetzt in Venezuela gefunden.

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8 Millionen Jahre alt: Überreste riesiger Schildkröte gefunden

Eine Schildkröte der Superlative: bis zu einer Tonne schwer, drei Meter lang und acht Millionen Jahre alt. Die Überreste der Riesenschildkröte Stupendemys geographicus wurden jetzt in Venezuela gefunden.

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Schweizer Forscher haben in Venezuela und Kolumbien die Überreste einer Riesenschildkröte entdeckt. Dies teilten die Wissenschaftler im Fachblatt "Science Advances" mit. Die Schildkröte der Gattung Stupendemys geographicus war vor acht Millionen Jahren in den Sumpfgebieten Südamerikas unterwegs. Die Tiere hatten einen fast drei Meter langen Panzer und konnten ein geschätztes Körpergewicht von über einer Tonne erreichen. Trotz ihrer gewaltigen Größe waren sie nicht unangreifbar. Einer war noch größer: Der Purussaurier, der eine Körperlänge von mehr als zehn Metern erreichen konnte, war ihr natürlicher Feind.

Schildkröten-Stammbaum überarbeitet

Neben dem Kiefer und anderen Skelettteilen gruben die Wissenschaftler auch Panzer-Bruchstücke der Schildkröte aus, hieß es in einer Mitteilung der Universität Zürich. Die Art sei zwar bereits in den 1970er Jahren entdeckt worden. Durch die neuen Fossilienfunde sei der Schildkröten-Stammbaum aber "grundlegend überarbeitet" worden.

© dpa-Bildfunk/Jaime Chirinos

ILLUSTRATION - Ein Männchen der Riesenschildkröte Stupendemys geographicus jagt im Süßwasser einen Fisch.

Einige heute im Amazonasgebiet heimische Schildkrötenarten sind demnach die nächsten lebenden Verwandten der Stupendemys. Die ausgestorbene Riesenschildkröte sei aber fast hundertmal schwerer gewesen. Die Männchen hätten Hörner an ihren Panzern getragen, "ein eigenartiges und unerwartetes Merkmal", hieß es in der Mitteilung. Auch das Verbreitungsgebiet der Art sei größer gewesen als bisher angenommen: Die Tiere lebten demnach im gesamten Norden Südamerikas.