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Wildkaffeearten sind vom Aussterben bedroht

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60 Prozent des Wildkaffees vom Aussterben bedroht

Die beiden Kaffeesorten Arabica und Robusta machen den Großteil des gehandelten Kaffees aus. Wildkaffeesorten könnten für die Widerstandsfähigkeit dieser Kaffeepflanzen sorgen, doch sie sind wie kaum eine andere Pflanzenart vom Aussterben bedroht.

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  • BR24 Redaktion

60 Prozent der Wildkaffeesorten, die zur Widerstandsfähigkeit kommerzieller Kaffeesorten beitragen, sind nach neuesten Untersuchungen vom Aussterben bedroht, so eine Studie von Aaron P. Davis und Kollegen, die in der Fachzeitschrift Science Advances am 16. Januar 2019 veröffentlicht wurde.

Was nutzt der Wildkaffee dem angebauten Kaffee?

Bis heute machen Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) 60 Prozent beziehungsweise 40 Prozent des gehandelten Kaffees aus. Coffea Arabica stammt nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Arabien, sondern aus Äthiopien. Dort gibt es auch eine große Anzahl verschiedenster - auch wilder - Kaffeepflanzen, die eine große genetische Vielfalt mitbringen. Das Erbgut der Pflanzen zu analysieren und zu vergleichen, kann helfen, die Kulturpflanzen widerstandsfähiger zu machen. Denn der Wildkaffee hat verschiedenste Eigenschaften entwickelt, um sich seiner Umgebung anpassen zu können - dem Boden, dem Klima, den Pflanzengemeinschaften etc.

Monokulturen sind gefährdet durch Krankheiten und Schädlinge

In den Monokulturen Afrikas, Mittel- und Südamerikas und Asiens wird Arabica-Kaffee für den kommerziellen Verkauf großflächig angebaut. Krankheiten wie die Kaffeekirschenkrankheit und zum Beispiel Pilze haben hier leichtes Spiel und können sich ungehemmt ausbreiten.

Wildkaffee hat sich seinen Lebensbedingungen angepasst

Anders bei den wilden Kaffeesorten - zum einen stehen sie nicht in Monokulturen, zum anderen haben einzelne Sorten gelernt, mit Krankheiten und Schädlingen besser umzugehen. Da das Erbgut der kommerziellen Kaffeepflanzen dem der Wildpflanzen ähnelt, könnten deren Erbinformationen verwendet werden, um den Coffea Arabica widerstandsfähiger zu züchten. 124 Arten von Wildkaffee sind bekannt, und jede von ihnen weist Merkmale auf, die für die Kaffeeentwicklung nützlich sind, einschließlich Klimatoleranz und Schädlingsresistenz.

Die Verfasser der Studie haben für alle 124 bekannten Wildkaffeesorten das Aussterberisiko anhand von Daten und Kriterien der Roten Liste der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) bewertet. Sie analysierten zusätzlich die Keimplasma-Sammlungen. Hier werden Samen gesammelt, die außerhalb ihres natürlichen Lebensraums für Pflanzenzüchtung, Konservierung und andere Forschungszwecke aufbewahrt werden.

Das Ergebnis: 75 der 124 Wildkaffeesorten sind vom Aussterben bedroht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die bedrohten Arten sowohl in Keimplasma-Sammlungen als auch in Schutzgebieten nicht ausreichend vorhanden sind. Hauptursachen für das Aussterben von Wildkaffeearten sind damit die zu geringe Verbreitung und der Verlust von Lebensräumen.

© Bayerischer Rundfunk
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162 Liter Kaffee gönnen wir uns jedes Jahr. Dabei sind wir erstaunlich phantasielos: Meist trinken wir Coffea arabiaca oder Coffea canephora. Dabei gibt es zahlreiche weitere wilde Kaffeesorten. Doch die sind vom Aussterben bedroht.

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