Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

12.000 Wissenschaftler unterstützen Umwelt-Bewegung | BR24

© dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska

Wissenschaftler unterstützen die Proteste von Schülern und Studenten für einen besseren Klimaschutz.

Per Mail sharen

    12.000 Wissenschaftler unterstützen Umwelt-Bewegung

    Die Schülerproteste für besseren Klimaschutz bekommen prominente Unterstützung: Tausende Wissenschaftler haben eine Stellungnahme verfasst, mit der sie sich klar an die Seite der Jugendlichen stellen.

    Per Mail sharen

    Schüler und Studenten unterstützen seit Monaten die Bewegung #Fridaysforfuture, die für besseren Klimaschutz kämpft. Begründerin der Bewegung ist die schwedische 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg, die am 14. März 2019 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Dieser Zeitpunkt ist raffiniert gewählt, gibt er doch dem vorläufigen Höhepunkt der Schülerproteste am Freitag, 15. März noch mehr Aufmerksamkeit.

    Schülerdemos erhalten Unterstützung von Wissenschaftlern

    Seit dieser Woche unterstützen aber auch 12.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die #FridaysforFuture-Bewegung. Die Scientists for Future unterstreichen in ihrem Aufruf, dass die Anliegen der jungen Menschen berechtigt und gut begründet seien. Dies zielt wohl auf den FDP-Politiker Christian Lindner, der in einem Zeitungsinterview gesagt hatte, Schüler verstünden die komplexen Zusammenhänge der Klimakrise nicht, das sei Sache für Profis.

    "Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht." Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

    Wissenschaftler und Journalisten engagieren sich politisch

    Unter den Erstunterzeichnern der Scientists for Future-Stellungnahme sind renommierte Experten, darunter vier Direktoren von Max-Planck-Instituten, der Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber, der Generaldirektor des Forschungsinstituts und des Naturmuseums Senckenberg, Volker Mosbrugger, sowie der Direktor des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Clemens Hoffmann. Aber auch der Arzt und Moderator Eckard von Hirschhausen, der Meteorologe Sven Plöger und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar gehören zu den Mitunterzeichnern.

    Am Freitag, 15. März, wollen die Wissenschaftler den Schülern ihre Unterschriftenliste in Berlin übergeben. Laut der Webseite fridaysforfuture.org sind rund 1.660 Kundgebungen in weltweit 105 Ländern geplant. Allein in Deutschland wollen Schüler an rund 180 Orten demonstrieren.

    Wechsel von fossilen Brennstoffen zu klimaneutralen Energiequellen

    Die Wissenschaftler fordern in ihrem Statement u.a., dass „die Verbrennung von Kohle bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden sollte, bis alle fossilen Energieträger durch klimaneutrale Energiequellen ersetzt worden sind.“ Die Kohlekommission hatte in ihrem Abschlussbericht Ende Januar den Kohleausstieg erst zum Jahr 2038 in Aussicht gestellt.

    Nach Ansicht der Wissenschaftler gibt es mittlerweile genügend technologische und gesellschaftliche Innovationen, die ganz auf Nachhaltigkeit setzen und mit denen die bisherige Lebensqualität erhalten werden kann. Fossile Energieträger müssten schnellstmöglich durch klimaneutrale Energiequellen ersetzt werden, wenn man die globale Klimaerwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius halten oder sie sogar auf 1,5 Grad begrenzen wolle. Nur so lasse sich beispielsweise das weltweite Artensterben von Pflanzen und Tieren aufhalten.

    "Ärzte haben die Aufgabe, Leben zu schützen und auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen. Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr. Viele denken, ein Grad, zwei Grad, drei Grad das macht keinen Unterschied. Als Arzt kann ich ihnen sagen, es macht einen großen Unterschied, ob ich 41 Grad oder 43 Grad Fieber habe. Das eine ist mit dem Leben vereinbar. Das andere nicht." Eckart von Hirschhausen, Arzt und Wissenschaftsjournalist

    Scientists for Future kämpfen für eine lebenswerte Zukunft

    Die Wissenschaftler möchten mit ihrem Aufruf deutlich machen, dass es einen durch Menschen verursachten Klimawandel gibt. Und sie appellieren an die Politiker, die nötigen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Klimapolitik zu schaffen, die auf den Verzicht von umweltschädlichen Gewohnheiten und auf nachhaltige Ressourcen setzt. Gleichzeitig wollen sie den Schülern und Studenten den Rücken stärken. Oder wie sie in ihrer Petition formulieren: „Nur, wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir … eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen.“