BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Privat
Bildrechte: Privat

Die Flosse eines Riesenfisches im Jura-Museum in Eichstätt

7
Per Mail sharen

    Elfjähriger erstaunt Wissenschaft mit Fossilienfund

    Ein Fossilienfund des elfjährigen Paul Jakob aus Fensterbach hat es ins Museum geschafft. Denn die versteinerte Flosse eines Riesenfisches ist für Wissenschaftler eine spannende Entdeckung, die bisheriges Wissen infrage stellt.

    7
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Das Jura-Museum in Eichstätt zeigt aktuell eine rund 50 Zentimeter lange Brustflosse eines seit hundert Millionen Jahren ausgestorbenen Riesenfischs. Daneben ein Bild des Entdeckers: Paul Jakob aus Fensterbach im Landkreis Schwandorf. Der elfjährige Fossiliensammler hat die bedeutende Entdeckung in Solnhofen im Altmühltal gemacht. Die Flosse deutet darauf hin, dass der "Asthenocormus giganteus" doppelt so groß war als bislang angenommen.

    Fund wäre ein Beweis, dass Riesenfische hier gelebt haben

    Bei Wissenschaftlern stößt der Fund auf großes Interesse. Die Brustflosse, die der damals zehnjährige Paul Jakob im Sommer 2020 fand, deutet auf einen Fisch von etwa 5 Metern Länge hin. Paul fand die Steinplatte mit der versteinerten Flosse zufällig bei einem der Spaziergänge mit seinem Vater in Solnhofen.

    Zunächst habe er nicht gewusst, was das war und auch der Aufseher dort wusste es offenbar nicht, denn er habe ihm erlaubt, den Fund mitzunehmen, erzählte Jakob dem BR: "Über meinem Fossil war eine ganz weiche Schicht, die durch den Regen vorher nochmal weggespült wurde, und ich bin dann zufällig drübergestolpert."

    Aufseher erkannte die Bedeutung des Fundes zunächst nicht

    Paul schreibt drei Wochen darauf eine Mail an Martin Röper, der in der Gegend Fossilien erforscht. Dieser erkannte die Bedeutung des Fundes. Ihm habe er dann gezeigt, wo er das Fossilstück gefunden hat - in der Hoffnung, dort noch mehr dazugehörige Teile zu finden. Doch sein Fundstück blieb das einzige, das von dem Riesenfisch noch geblieben ist.

    Pauls Fund ist im Juramuseum ausgestellt

    Die von Paul entdeckte Flosse wird jetzt im Juramuseum in Eichstätt ausgestellt. Sie ist Teil der Sonderausstellung "Hammerfunde! Fossiliensammler und ihre Schätze". Paul Jakob hatte sich mit seinem Fund beworben und ist genommen worden. Die Organisatoren hätten sich "gefreut, dass auch so junge Menschen einen ganz wichtigen Fund machen können. Das war dann natürlich schon toll". Was Paul noch besonders gerne finden würde, wäre ein Teil von einem Schnabelfisch, weil der ein ganz besonderes Fossil sei.

    Würde gerne Hobby zum Beruf machen

    Paul würde gerne mal sein Hobby zum Beruf machen. Er war auch vor seinem Fund oft in Solnhofen und hat dort schon einige Teile zusammengesammelt. Der Steinbruch fasziniert ihn. Sein Wissen über die Urzeit hat er sich selbst angelesen und beigebracht.

    Hier ist Bayern: Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!