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Zwangsanleihen für Italien? | BR24

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Symbolbild Schuldenkrise Italien

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    Zwangsanleihen für Italien?

    Auch wenn die italienischen Staatsschulden hoch sind, die privaten Schulden sind geringer. Die Regierung in Rom könnte also versuchen, ihre Staatsbürger anzupumpen statt Banken und Märkte, wo es immer schwieriger wird mit der Finanzierung.

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    Mit einer Zwangsanleihe für Reiche ließen sich nach Ansicht der Bundesbank die italienischen Schuldenprobleme lösen. Je nach Höhe ihres Vermögens könnten die Staatsbürger, deren Privatvermögen im europäischen Vergleich sogar hoch sind, gezwungen werden, ihren Anteil an einem nationalen Schuldenfonds zu leisten. Ohne europäische Risikoteilung könnte Italien so seine hohen Schulden abbauen, und das ohne Absicherung durch EU und EZB. Im Moment haftet Europa mit, weil Italien den Euro hat, und alles über Banken und Märkte läuft. Je mehr Schulden Italien macht, umso unwahrscheinlicher wird deren Rückzahlung.

    Italienische Staatsanleihen knapp über Ramschniveau

    Folglich verlangen die Kreditgeber an den Märkten höhere Zinsen, was sich in den Renditen der Anleihen wiederspiegelt. Die Regierung in Rom spricht bereits von zerstörerisch hohen Marktzinsen. Zugleich sinken Italiens Kreditwürdigkeit bei den Ratingagenturen und auch der Wert der Staatsanleihen. Dadurch geraten Banken in Schwierigkeiten, die solche Anleihen besitzen. Angeschlagene Banken vergeben weniger Kredite, was der Wirtschaft schadet. Eine Staatsfinanzierung ohne die Märkte, wie die Bundesbank sie vorschlägt, wäre ein Ausweg aus diesem Schulden-Dilemma.

    Sendung

    B5 Wirtschaft und Börse

    Autor
    • Felix Lincke
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