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Einst sollte er die Luftfahrt revolutionieren. Doch nun beendet Airbus die Produktions des weltgrößten Passagierjets A380 im Jahr 2021.
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Einst sollte er die Luftfahrt revolutionieren. Doch nun beendet Airbus die Produktions des weltgrößten Passagierjets A380 im Jahr 2021.

Airbus stellt die Produktion des weltgrößten Passagierflugzeugs A380 ein. Nachdem die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung reduziert habe, gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion, teilte der Luftfahrtkonzern in Toulouse mit. Die letzte Auslieferung für den A380 sei für 2021 geplant.

Arbeitsplätze in Schwaben wohl betroffen

Betroffen von dem A380-Aus sind in Bayern der Augsburger Flugzeugbauer Premium Aerotec und Airbus Helicopters in Donauwörth. Vom Produktionsaus für den Airbus A380 sind zwei große Zulieferer in Schwaben betroffen: In Augsburg werden unter anderem Rumpfteile für Airbus gebaut, in Donauwörth werden 80 Prozent der Türen für Airbusmaschinen hergestellt. Mehrere hundert Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Ob es Auswirkungen auf ihre Arbeitsplätze gibt, ist noch nicht bekannt: Die Fluglinie Emirates hat eine ganze Reihe von Bestellungen für den A380 in Bestellungen für andere Airbus-Typen umgewandelt.

Im Januar 2018 gab es eine Zitterpartie, ob Emirates seinen Auftrag verlängern würde. Nach damaligen Angaben belief sich das Auftragsvolumen auf 16 Milliarden Dollar. Laut damaligen Aussagen der Gewerkschaft IG Metall hingen Arbeitsplätze an der Produktion für den A380.

A380 macht teure Umbauten an Flughäfen notwendig

Auch am Münchner Flughafen starten und landen die doppelstöckigen Flugzeuge des Typs A380. Zuletzt hatte im Frühjahr 2018 Lufthansa fünf bisher am Flughafen Frankfurt stationierten Airbus A380 ins Erdinger Moos verlegt. Dazu wurden mehrere Millionen Euro für den Umbau des Flughafens investiert. Weil der A380 zwei Decks hat, mussten diese mit zwei Brücken versorgt werden, Flugzeugpositionen und Rollwege ebenfalls angepasst werden.

Für die 850 Passagiere, die maximal in den Riesenairbus hineinpassen, mussten zusätzlich noch die Abfertigungspositionen angepasst werden. Am Terminal 2 und am sogenannten Satelliten-Terminal gibt es für den A380 der Lufthansa vier spezielle Andock-Positionen, an denen die Reisenden über jeweils drei sogenannte Finger die zweistöckigen Flieger erreichen können. Dazu wurden zusätzliche Sicherheitsschleusen eingerichtet, um die Kontrollen zu beschleunigen.

Zuletzt nur noch sechs A380 in Bestellung

In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluggesellschaft den Riesenflieger geordert. Eben weil der Superjumbo so teure Umbauten an den Flughäfen notwendig macht. Airbus drohten deshalb die Bestellungen auszugehen. Daher fuhr der Konzern die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Nun hat auch noch die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung von 39 auf 14 Superjumbos reduziert. Anstelle der stornierten Superjumbos bestellen die Araber nun 70 kleinere Langstreckenjets vom Typ A330neo und A350.

Trend beim Fliegen geht weg von Großraummaschinen

Damit folgt Emirates einem Trend der Branche: Weg von viermotorigen Großraummaschinen hin zu etwas kleineren, aber effizienteren Jets mit zwei Triebwerken. Für Airbus hat das Aus seines Prestigefliegers weitreichende Konsequenzen.

Das Unternehmen hatte nicht nur Milliarden in die Entwicklung der Maschine gesteckt, sondern auch viel Geld in Produktions- und Lackierhallen in Toulouse und Hamburg investiert. Von der jetzigen Entscheidung sind bis zu 3.500 Mitarbeiter direkt betroffen. Der Konzern will in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Betriebsrat starten.

Ein Großteil der Mitarbeiter dürfte aber bei anderen Airbus-Flugzeugprogrammen unterkommen, erklärte das Unternehmen.

Trotz A380-Aus Umsatzplus für Airbus

Auch wenn der A380 nun endgültig gefloppt ist: Airbus hat dank eines Auslieferungsrekords ziviler Flugzeuge im vergangenen Jahr etwas besser abgeschnitten als am Markt erwartet. Der Umsatz stieg auf 63,7 Milliarden Euro von 59,0 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, wie der Flugzeughersteller mitteilte.

Das Betriebsergebnis kletterte auf knapp sechs Milliarden Euro von 3,19 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Umsatz von 62,79 Milliarden Euro und einem Betriebsergebnis von rund fünf Milliarden Euro gerechnet.

Start des Airbus A380 am Franz-Josef-Strauß-Flughafen, München, Bayern, Deutschland, Europa (Archivbild)

Start des Airbus A380 am Franz-Josef-Strauß-Flughafen, München, Bayern, Deutschland, Europa (Archivbild)