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Zu spät wegen Bahnstreik - und dann? Das gilt für Job und Schule | BR24

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Lange Gesichter bei den Bahn-Kunden. Vier Stunden Warnstreik reichten, um heute früh alles lahmzulegen.

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Zu spät wegen Bahnstreik - und dann? Das gilt für Job und Schule

Wer heute wegen des Streiks bei der Bahn zu spät in die Arbeit oder in die Schule kam, kann eigentlich nichts dafür - oder? Ganz so ist es leider nicht. Diese Rechte und Pflichten gelten für Arbeitnehmer und Schüler bei Streik und Zugausfällen.

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Gemäß Arbeitsrecht gibt es ein "Wegerisiko" des Arbeitnehmers. Dies gilt auch bei Verspätung oder Verhinderung durch höhere Gewalt. Grundsätzlich ist also der Arbeitnehmer in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass er pünktlich zur Arbeit erscheint, sonst droht im Extremfall eine Abmahnung.

Dies gilt auch bei Stau, bei Streik und bei schlechtem Wetter. Beschäftigte müssen in eigener Verantwortung "ernsthafte und geeignete Vorkehrungen" treffen, das dies auch klappt. Das kann bei einem angekündigten Streik heißen, sich einfach früher auf den Weg zu machen. Über etwaige Verspätungen müssen Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber möglichst frühzeitig informieren.

Lohn und Urlaub können gekürzt werden

Wer also dann doch wegen Streiks, schlechten Wetters oder Staus zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommt, ist aufgrund des Wegerisikos verpflichtet, die ausgefallene Zeit nachzuarbeiten; allerdings ist ein verspätet eingetroffener Arbeitnehmer nicht gezwungen, am selben Tag länger zu bleiben, um die Verspätung auszugleichen, falls das organisatorisch nicht möglich ist. Stattdessen muss er aber eine Kürzung des Lohns hinnehmen, die dem zeitlichen Arbeitsausfall entspricht, wenn der Chef darauf besteht. Bei erheblichem Zeitausfall kann sogar eine entsprechende Reduzierung des Jahresurlaubs infrage kommen, das geht aber nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers und wenn der ihm gesetzlich zustehende Urlaub davon nicht betroffen ist.

Entschädigung für Pendler bei höherer Gewalt

Im September 2013 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei höherer Gewalt eine Entschädigung bekommen. Daher haben Reisende bei einer erheblichen Verspätung Anspruch auf eine teilweise Erstattung des Ticketpreises. So bekommen sie ab 60 Minuten Verspätung 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent. Wichtig: Wenn möglich, sollte man sich vom Servicepersonal im Zug oder am Bahnhof ein Fahrgastrechte-Formular aushändigen und die Verspätung schriftlich bestätigen lassen.

Schulen müssen zeitnah informiert werden

Und wie sieht es bei Schülern aus? Gemäß der Bayerischen Schulordnung ist die Schule unverzüglich unter Angabe des Grundes zu verständigen, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler aus zwingenden Gründen verhindert ist, am Unterricht oder an einer sonstigen verbindlichen Schulveranstaltung teilzunehmen. Denn der Schule obliegt die Fürsorge- und Aufsichtspflicht. Wenn der Ausfall des Zugverkehrs zwingend zur Folge hat, dass die Schülerin bzw. der Schüler nicht am Unterricht teilnehmen kann, stellt ein Bahn-Streik eine Entschuldigung für die Nichtteilnahme am Unterricht dar.

Und was, wenn gerade an diesem Tag Prüfungen auf dem Stundenplan stehen? Für deren Organisation und Durchführung sind die Schulen vor Ort zuständig, so Elena Schedlbauer, Pressesprecherin des Bayerischen Kultusministeriums: "Wir gehen davon aus, dass die Schulen umsichtig handeln und entsprechend flexibel und den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort entsprechend reagieren."

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Verantwortlich für den Warnstreik der EVG-Gewerkschafter hat der Vorstand der Bahn. Das sagte der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert der Rundschau.