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Umwelthilfe prangert hohe Abgaswerte bei Diesel-Pkw an

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Zu hohe Diesel-Abgaswerte: Umwelthilfe kritisiert Scheuer

Viele Autos stoßen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe noch immer weit mehr Stickoxid aus als erlaubt. Obwohl das rechtswidrig sei, würde Verkehrsminister Scheuer nichts unternehmen, beklagt die Organisation.

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Von
  • Ralf Schmidberger
  • Christopher Jähnert

Zu viel Stickoxid, zu viel Kohlenstoffdioxid: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vor, zu wenig gegen zu hohen Schadstoffausstoß bei Diesel-Fahrzeugen zu unternehmen. Sie beruft sich dabei auf neue Untersuchungen.

Grenzwert 18-fach übertroffen

In dem jetzt vorgelegten Messbericht des an die Organisation angegliederten Emissions-Kontroll-Instituts, heißt es, dass die 15 untersuchten Fahrzeuge unter normalen Fahrbedingungen den zugelassenen Stickoxid-Grenzwert teilweise um das 18-fache überschreiten. Auch der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid sei teilweise zu hoch, beklagt die DUH. Bei einem der untersuchten Plug-In-Hybride habe der CO2-Ausstoß bei 440 Prozent über dem offiziell erlaubten Wert gelegen.

Niedrige Temperaturen = mehr Schadstoffe

Die Untersuchung habe außerdem gezeigt, dass gerade bei Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 der Schadstoffausstoß bei sinkenden Außentemperaturen steige. Als Grund dafür führt die Umwelthilfe temperaturgesteuerte Abschalteinrichtungen in den Fahrzeugen an, die aus ihrer Sicht für eine unzulässige Luftverschmutzung sorgen.

Software setzt Abgasreinigung aus

Eine Abschalteinrichtung ist eine Software, die die volle Abgasreinigung eines Fahrzeugs in einigen Situationen aussetzt. Es gibt Bedingungen, unter denen sie bisher durchaus zulässig ist - etwa, um bei niedrigen Temperaturen empfindliche Bauteile zu schonen. Man spricht dann von Thermofenstern. Viele Umweltschützer kritisieren das als Schlupfloch. Sie meinen, das Argument "Motorschutz" werde oft nur vorgeschoben - eigentlich gehe es darum, so Ausnahmen von Emissionsgrenzwerten zu rechtfertigen.

Rechtliche Grauzone

Allerdings muss man unterschieden: Vorsätzlich betriebene, manipulative Abschalteinrichtungen können technisch dafür sorgen, dass Messwerte bei Tests geschönt werden - dies war der Ursprung des VW-Skandals. Daneben gibt es seit langem eine Debatte über die rechtlichen Grauzonen "normaler" Abschalteinrichtungen, die etwa bei bestimmten Außentemperaturen aus Gründen des Motorschutzes greifen.

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