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Zentrale Beratungsstelle soll ausländische Fachkräfte lotsen | BR24

© ARD/Jörg Sauerwein

Wer aus dem Ausland nach Deutschland zum Arbeiten kommt, scheitert oft an bürokratischen Hürden. Eine neue zentrale Beratungsstelle soll es diesen Fachkräften nun leichter machen. Doch die zuständigen Minister dämpfen die Erwartungen schon zum Start.

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Zentrale Beratungsstelle soll ausländische Fachkräfte lotsen

Wer aus dem Ausland nach Deutschland zum Arbeiten kommt, scheitert oft an bürokratischen Hürden. Eine neue zentrale Beratungsstelle soll es diesen Fachkräften nun leichter machen. Doch die zuständigen Minister dämpfen die Erwartungen schon zum Start.

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Fachkräfte händeringend gesucht - so ist es regelmäßig aus Politik und Wirtschaft zu hören. Doch wer nach Deutschland kommt, hat häufig mit bürokratischen Hürden zu kämpfen: Wird ein Master-Abschluss aus einem anderem Land außerhalb der EU anerkennt? Und wer ist dafür überhaupt zuständig? Bei solchen Fragen soll in Zukunft eine neue zentrale Beratungsstelle in Bonn helfen.

Denn bislang ist noch nicht einheitlich geregelt, wer in den einzelnen Bundesländern bei solchen Anliegen zuständig ist. Die neue Beratungsstelle, ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit, soll nun ein Lotse im Behörden-Dschungel sein. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Arbeitsminister Hubertus Heil stellten sie am Montag offiziell vor.

Minister reden eigene Fachkräfte-Beratung klein

"Wir schaffen jetzt Strukturen für eine Fachkräfteeinwanderung", sagte Karliczek in Bonn. Sie dämpfte aber gleichzeitig auch die Erwartungen: "Dass deswegen jetzt Millionen von Menschen nach Deutschland kommen, glaube ich nicht."

Dabei setzt Deutschland große Hoffnungen genau in diese Menschen aus Nicht-EU-Staaten. Gesundheitsminister Jens Spahn etwa wirbt um Pflegekräfte aus Mexiko oder dem Kosovo. Und sein Kollege Heil hat gemeinsam mit Kabinettskollegen ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte auf den Weg gebracht, das im März in Kraft treten soll.

Für die neue Beratungsstelle ist aber auch der Arbeitsminister erst einmal zurückhaltend. Immerhin sei das Wetter hierzulande nicht das beste und die deutsche Sprache nicht die leichteste, so Heil – das könne man aber leider nicht ändern. "Aber die Verfahren sind sehr kompliziert. Und das können wir ändern."

Fachkräfte-Beratung per Chat, E-Mail und Telefon

Die neue Beratungsstelle ist dafür über das Internetportal "Make it in Germany" zu finden, auch gezielte Kampagnen in sozialen Medien sollen darauf aufmerksam machen. Nimmt jemand virtuell Kontakt auf, stehen in Bonn nun geschulte Berater bereit, die per Telefon, Chat oder E-Mail Antworten geben.

Und der Bedarf scheint groß zu sein. Allein im vergangenen Jahr - also noch ohne Beratungsstelle - war die Bundesagentur nach eigener Aussage in Kontakt mit rund 160.000 Menschen, die an einem Arbeitsplatz in Deutschland interessant waren.