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Zeitarbeitsbranche spürt Konjunkturschwankungen als erstes | BR24

© BR-Studio Franken/Weltzer

Welchen Weg nimmt die Zeitarbeit? Die Branche spürt Konjunkturschwankungen meist als erstes.

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Zeitarbeitsbranche spürt Konjunkturschwankungen als erstes

Welchen Weg nimmt die Zeitarbeit? Gleich zwei Kongresse befassen sich in diesen Tagen in Nürnberg mit dem Thema. Und es zeigt sich deutlich: Die Zeitarbeitsbranche spürt Konjunkturschwankungen als erstes.

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Bereits gestern hatte der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister zum Branchenaustausch der Zeitarbeit eingeladen. Heute nun befassen sich Experten bei einer Tagung im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit mit aktuellen Entwicklungen der Zeitarbeit.

Risiko und Chancen der Zeitarbeit

Auf beiden Kongressen zeigt sich deutlich: Die Zeitarbeitsbranche spürt aktuelle Konjunkturschwankungen meist zuerst. So war die Zahl der Zeitarbeiter im jüngsten Aufschwung steil nach oben gegangen: Ende 2017 waren es fast 1,1 Millionen Beschäftigte in der Branche. Doch jetzt, in der konjunkturellen Abkühlung, ist es auch die Zeitarbeit, in der der Abschwung am schnellsten sichtbar wird: Seit fast einem Jahr geht die Zahl der Beschäftigten in der Branche zurück – und liegt wieder deutlich unter der Millionenmarke.

Flexibilität am Arbeitsmarkt

Zeitarbeit lässt sich eben schneller abbauen als die reguläre Belegschaft. Richard Hofmann, Verbandsvertreter der Region Süd des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e. V., will darüber nicht klagen. Schließlich sei es auch Aufgabe der Zeitarbeitsunternehmen, für Flexibilität am Arbeitsmarkt zu sorgen. Beim Kongress in Nürnberg warnte er vor weiteren Reglementierungen der Zeitarbeit durch die Politik. Hofmann gewann den letzten Verschärfungen aber auch Positives ab:

"Die Reglementierungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Branche wesentlich attraktiver und hygienischer geworden ist für jeden Arbeitnehmer und das Bild der Branche in der Öffentlichkeit sich massiv verbessert hat." Richard Hofmann, Verbandsvertreter der Region Süd des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e. V.

Unter anderem gilt seit knapp zwei Jahren, dass Zeitarbeiter nach neun Monaten gleich viel verdienen müssen wie die Stammbelegschaft eines Betriebs. Während Hofmann betonte, Zeitarbeit biete gerade für Geringqualifizierte und Geflüchtete gute Beschäftigungschancen, diskutieren Experten im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heute, welche Potenziale Leiharbeit in akademischen, wissensbasierten Berufen hat.