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Zeckenstich mit Folgen - Wann zahlen Versicherungen? | BR24

© pa/dpa/ANP

Zecke auf einem Blatt

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    Zeckenstich mit Folgen - Wann zahlen Versicherungen?

    Zecken können Borreliose und FSME übertragen – schwere Krankheiten, unter denen man ein Leben lang leidet. Unter bestimmten Umständen übernehmen zumindest Versicherungen die Kosten.

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    Von
    • Hanna Heim

    Ganz oben auf dem Grashalm, bestimmt einen Meter über der Erde, hockt sie: die Zecke. Geduldig auf ein Menschenbein wartend. Oder einen Kinderarm … oder einen Hunderücken. Einmal gelandet, läuft der Ektoparasit mit seinen acht kleinen Beinen voran, auf der Suche nach einer warmen, feuchten Stelle am Körper. Um sich dann – zack – festzubeißen.

    Gefährliche Krankheiten durch Zecken

    Zecken sind wirklich perfekt angepasste Parasiten, die schon zu Zeiten der Dinosaurier ihre evolutionäre Aufgabe erfüllten: Blut saugen. Doch beim Absaugen des menschlichen Blutes – im Extremfall hängen Zecken zehn Tage lang am Wirt – übertragen manche von ihnen Krankheiten. Borreliose und FSME sind die bekanntesten. Gegen die eine wirken Antibiotika. Vor der anderen kann man sich prophylaktisch impfen lassen. Wenn sie aber unerkannt bleiben, können sie Lähmungen, Gelenkschäden oder Hirnhautentzündungen auslösen.

    Versicherungen tragen zumindest Kosten

    Und das kann in der Folge zu lebenslanger Invalidität führen. Tatsächlich wurden die Folgen von Zeckenbissen lange Zeit nicht von den Unfallversicherungen gezahlt. Die banale Begründung: Ein Zeckenbiss ist kein Unfall. Das bedeutet auch, dass Menschen, die wegen eines Zeckenbisses und einer daraus folgenden Lähmung ein anderes Auto oder ein barrierefreies Bett brauchten, das nicht von ihrer Versicherung bezahlt bekommen haben. Glücklicherweise hat sich das geändert, sagt Julia Böhne vom Bund der Versicherten:

    "Ein Unfall liegt vor, wenn die Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Das ist das sogenannte Unfallereignis. Und natürlich können danach auch Zeckenbisse, aber auch Hunde- und Katzenbisse als Unfall verstanden werden." BdV-Pressesprecherin Julia Böhne

    Verschiedene Policen erforderlich

    Für die akute Behandlung zahlt zunächst einmal die Krankenversicherung, und für den Lohnausfall die Arbeitsunfähigkeits-Versicherung. Die Unfallversicherung hingegen greift dann, wenn eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung zurückbleibt. Dauerhaft heißt, wenn eine Schädigung oder eine Beeinträchtigung länger als drei Jahre andauert und wenn keine Besserung zu erwarten ist, wie Böhne erklärt. Dann sei es eben auch egal, ob das jetzt das Augenlid betreffe, die Hand oder das Bein. Gut also, wenn man im Fall einer halbseitigen Lähmung wegen einer unerkannten Borreliose eine Unfallversicherung hat. Allerdings sind die Bisse nicht standardmäßig abgesichert. Wichtig sei es, so Böhne, immer ins Kleingedruckte zu schauen:

    "Mit einer gewissen Suchintensität lassen die sich auch auf den Websites finden. Aber natürlich geht auch, wenn man sich an einen Berater wendet, erhält man das als eine Leistung, die da schon inbegriffen ist und das ist natürlich auch ganz kommod." BdV-Pressesprecherin Julia Böhne

    Und diejenigen, die schon eine Unfallversicherung abgeschlossen haben? Auch hier hilft oft ein Anruf beim Anbieter. Denn die meisten nehmen auch nachträglich Leistungen mit auf.

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