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Zahnspangen für Kinder in der Kritik | BR24

© dpa-picture alliance/Ulrich Niehoff

Zahnspange

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    Zahnspangen für Kinder in der Kritik

    Streit um Kinder-Zahnspangen setzt sich fort: Ein aktuelles Gutachten, das im Auftrag der Bundesregierung erstellt worden ist, stellt den Nutzen von Zahnspangen in Frage.

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    Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland trägt zeitweilig eine Zahnspange. Die Kosten dafür liegen bei deutlich mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr. Ein Gutachten, das im Auftrag der Bundesregierung erstellt worden ist, stellt jetzt allerdings den Nutzen von Zahnspangen in Frage. Damit setzt sich ein Streit fort, der schon seit Jahren schwelt.

    Etliche Fachleute äußerten bereits Zweifel am medizinischen Nutzen von Zahnspangen. Schon im Jahr 2001 hatte der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen angemahnt, es müsse gründlicher erforscht werden, inwieweit Zahnspangen wirklich die Gesundheit verbessern - oder ob es dabei nicht vor allem um kosmetische Fragen gehe.

    Krankheit oder rein kosmetisches Problem?

    Im vergangenen Frühjahr hatte der Bundesrechnungshof erneut gefordert, der Nutzen kieferorthopädischer Behandlung müsse endlich untersucht werden. Doch geschehen ist seitdem nicht viel. So geht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zwar regelmäßig der Frage nach, welchen Nutzen Arzneien oder medizinische Verfahren bringen. Zum Thema Zahnspangen hat das Institut von den zuständigen Entscheidungsgremien aber keinen Auftrag.

    Das ans Bundesgesundheitsministerium angegliederte Institut hätte allerdings auch Schwierigkeiten, Daten zu finden. Denn selbst der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden räumt ein, dass zusätzliche Forschung hilfreich wäre. Der Berufsverband verweist aber auch darauf, dass Fehlstellungen der Zähne und des Kiefers nach zahnmedizinischer Lehrmeinung eine Krankheit sind, die behandelt werden sollte.