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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska

Für viele Arbeitnehmer brachte das Corona-Jahr 2020 finanzielle Belastungen. Aktien- oder Immobilien-Besitzer konnten dagegen Gewinne verbuchen.

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    Zahl der Millionäre wuchs im Corona-Jahr 2020 deutlich

    Die Schere zwischen Arm und Reich geht weltweit trotz oder teils sogar wegen Corona weiter auseinander. Auch in Deutschland gibt es Experten zufolge immer mehr Millionäre. Denn das Anlagevermögen mit Geld, Wertpapieren und Immobilien wächst.

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    Von
    • Felix Lincke

    Immer mehr Reichtum an der Spitze der Gesellschaft: Das scheint ein weltweiter Trend zu sein - auch in Deutschland. Doch bei den Superreichen sind die USA weit vorn, gefolgt von China. In der Breite der Wohlhabenden mit einer Million Dollar und mehr liegt Deutschland in Europa an der Spitze. Das bestätigte der "25. World Wealth Report" der Beratungsgesellschaft Capgemini.

    Immer mehr Anlagevermögen erreichen eine Million Dollar und mehr

    Ab einem Vermögen von etwa einer Million Dollar in Geldanlagen und vermieteter Immobilien gilt man bei Banken als "High-net-worth individual" (HNWI) - als Individuum von hohem Nettowert. Die Zahl dieser Personen mit mindestens einer Million stieg Capgemini zufolge im letzten Jahr weltweit um 6,3 Prozent auf mehr als 20 Millionen. In Deutschland lebten etwas mehr als 1,54 Millionen von ihnen. Das wäre der dritthöchste Wert nach den USA und Japan und immer noch knapp vor China. Bei superreichen Multimillionären liegt China in anderen Studien allerdings an zweiter Stelle.

    Selbst genutzte Immobilien, Schmuck und Kunst zählen extra

    Das Anlagevermögen aller Reichen weltweit wuchs Capgemini zufolge im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf fast 80 Billionen Dollar. Hinzu kommen noch selbst bewohnte Eigenheime und Sachwerte wie Gold, Schmuck, Kunst und Antiquitäten, deren Wert sich nur grob schätzen ließe.

    Reiche profitieren besonders von Aktien und Corona-Hilfen

    Die Gründe für dieses Wachstum im Corona-Jahr 2020: Erneut hätten steigende Aktienkurse und Corona-bedingt auch staatliche Konjunkturprogramme den Ausschlag gegeben, ebenso wie steigende Immobilienpreise. So seien allein in Deutschland in nur einem Jahr fast 70.000 Millionäre neu hinzugekommen. Ihr Vermögenszuwachs blieb trotz Corona mit 6,8 Prozent beachtlich - aber immer noch unter dem weltweiten Durchschnitt.

    Andere Studien legen Schwerpunkt auf Einkommen

    In der Studie von Capgemini geht es - unabhängig vom jährlichen Einkommen - nur um das Anlagevermögen mit Geld, Wertpapieren und Immobilien, die nicht selbst genutzt sind. Der "World Wealth Report" wird vor allem für Banken und Vermögensberater erstellt und soll ihnen einen Überblick über ihre mögliche Kundschaft liefern.

    Andere Auswertungen gehen anders vor. Sie berücksichtigen statt des verfügbaren Vermögens lieber die Höhe des laufenden Einkommens. Dazu gehören dann auch die Einkünfte aus Vermögen, Vermietung oder Verpachtung. Strittig ist, wie man bei der Vermögensberechnung mit der selbst genutzten Immobilie verfahren soll. Sie kann ja nicht in flüssiges Vermögen umgewandelt werden, solange sie nicht zum Verkauf steht. Aber andererseits erspart sie den Eigentümern teure Mietzahlungen.

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