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Zahl der Firmeninsolvenzen steigt wieder | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Kalaene

Statistisches Bundeamt: Zahl der Firmeninsolvenzen steigt wieder

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    Zahl der Firmeninsolvenzen steigt wieder

    Die Zahl der gemeldeten Firmeninsolvenzen ist im November und Dezember wieder gestiegen – sie spiegelt aber offenbar noch nicht die wirkliche Situation vieler Unternehmen wieder. Die Zahlen liegen nach wie vor unter den Vorjahreswerten.

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    Von
    • Dirk Vilsmeier

    Es sind Zahlen, die noch weit unter den Befürchtungen liegen: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Insolvenzanträge im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Wegen der coronabedingten wirtschaftlichen Situation wurde die Anmeldung einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorübergehend ausgesetzt.

    15 Prozent weniger Insolvenzen von Januar bis Oktober

    Von Januar bis Oktober 2020 sind dem Statistischen Bundesamt zufolge deswegen nur 13.575 Insolvenzen angemeldet worden. Das sind 15 Prozent weniger als im Jahr 2019. Auch im November und Dezember lag die Zahl der Anmeldungen noch deutlich unter den Werten von 2019 - allerdings mit einer deutlichen Aufwärtstendenz. Im November stieg die vorläufige Zahl der Insolvenzanmeldungen, im Vergleich zum Oktober, um fünf Prozent – im Dezember waren es schon 18 Prozent mehr.

    Zahlen spiegeln "wirtschaftliche Not" nicht wieder

    Obwohl seit Oktober wieder strengere Regeln im Insolvenzrecht gelten, spiegelten die offiziellen Insolvenzzahlen die wirtschaftliche Not vieler Betriebe noch nicht wieder, heißt es beim Statistischen Bundesamt. Das liegt zum einen daran, dass zwischen der Anmeldung einer Insolvenz und der Bekanntmachung der Eröffnungsentscheidung des Gerichts in der Regel zwei Monate vergehen, da die Gerichte die Fälle ja auch bearbeiten und bewerten müssen.

    Zum anderen müssen immer noch nicht alle Insolvenzformen angemeldet werden. Bislang müssen nur Unternehmen zum Insolvenzrichter, die zahlungsunfähig sind, also ihre Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlen können. Ausgenommen von der Anmeldepflicht sind noch bis Ende Januar Firmen die "nur" überschuldet sind.

    Hier erfahren sie mehr über die aktuellen Regelungen zum Insolvenzrecht.

    Deutliche steigende Insolvenzzahlen erwartet

    Viele Experten befürchten jetzt einen deutlichen Anstieg der Zahl der Firmenpleiten im Jahr 2021. Dazu beitragen werden die dann amtlich vollständig erfassten Meldungen aus den Monaten Oktober bis Dezember 2020, die wieder einsetzende Meldepflicht für überschuldete Unternehmen und die weiteren wirtschaftlichen Folgen die sich aus der Bekämpfung der Corona-Pandemie ergeben.

    Auch weitere Unternehmen könnten dann durch diese Firmeninsolvenzen in Bedrängnis gebracht werden, beispielsweise durch aussetzende Zahlungen für Waren und Dienstleistungen. Aber auch Banken könnten durch ausfallende Kreditzahlungen Probleme bekommen.

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