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Wurde Wirecard Opfer von Kursmanipulationen? | BR24

© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Zentrale von Wirecard in Aschheim

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    Wurde Wirecard Opfer von Kursmanipulationen?

    Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München gestellt. Ihr Verdacht: Spekulanten haben auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie gesetzt, bevor negative Presseberichte die Kurse tatsächlich auf Talfahrt schickten.

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    Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat wegen des Verdachts von Kursmanipulationen Anzeige erstattet. Opfer ist demnach die Wirecard AG mit Sitz in Aschheim bei München: Die Behörde erklärte am Dienstag: "Wir haben Anzeige an die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Marktmanipulation in Form einer Short Attacke in Aktien der Wirecard AG erstattet."

    Bei solchen Attacken setzen Spekulanten auf fallende Kurse eines Unternehmen. Wenn dann Kurse - etwa durch negative Berichterstattung – tatsächlich nach unten gehen, können Spekulanten hohe Gewinne einfahren.

    Anzeigen gegen mehrere Personen

    Laut Agenturmeldung würden die Ermittlungen der Finanzaufseher aber noch andauern. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über das Thema berichtet. Nach Recherchen des Magazins soll die Bafin Anzeigen gegen "rund ein Dutzend Personen" erstattet haben. Laut dem Bericht verdächtigt die Bafin Journalisten der britischen Zeitung "Financial Times", "mit mehreren Fonds beziehungsweise einzelnen Investoren gemeinsame Sache gemacht zu haben." So sollen Spekulanten jeweils bereits vor dem Erscheinen von Artikeln sogenannte Leerverkaufspositionen aufgebaut haben.

    "Financial Times" weist "Spiegel"-Bericht zurück

    Für den Vorwurf der Marktmanipulation komme es dabei nicht darauf an, ob die Berichte der Zeitung stichhaltig waren oder nicht. Vielmehr gehe es um die Frage, ob die Autoren der Artikel wussten, dass Investoren zuvor Aktien leer verkauft hatten, um von der Wirkung der Artikel zu profitieren, und ob die Autoren diesen Interessenkonflikt unterschlagen haben. Die "Financial Times" weist diese Vorwürfe laut dem "Spiegel" zurück.

    Aktie von Wirecard fährt seit Wochen Achterbahn

    Hintergrund: Der Kurs der Aktie des Finanzdienstleisters Wirecard befindet sich seit Wochen auf einer Achterbahnfahrt. Die britische Zeitung "Financial Times" hatte mehrmals über angebliche Unregelmäßigkeiten bei Geschäften von Wirecard in Singapur berichtet. Das Unternehmen wies die Vorwürfe vehement zurück. Mitte Februar schaltete sich dann die Finanzaufsicht Bafin ein. Sie verbot Spekulationen auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie.