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Zwei Männer arbeiten auf einer Baustelle an einem Wohnhaus

Wohnimmobilien in Bayern: Steigende Preise und steigende Finanzierungskosten machen den Erwerb weiterhin teuer.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Reinhardt
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    Wohnungspreise und Immobilienzinsen in Bayern steigen

    Nach wie vor sind Wohnimmobilien in Bayern sehr gefragt, Häuser und Wohnungen werden immer teurer. Das zeigt sich auch im Marktspiegel der Sparkassen-Finanzgruppe, der heute veröffentlicht wurde. Auch die Bauzinsen steigen kräftig.

    Von
    Christine GrigoleitChristine GrigoleitFelix  LinckeFelix Lincke
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    Ob in Fürth, München oder Bamberg - wer sein eigenes Zuhause haben will, muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Durchschnittlich 381.000 Euro kosteten im vergangenen Jahr gebrauchte Häuser oder Wohnungen, die von der Sparkassen-Immo vermittelt wurden. Das sind 13 Prozent mehr als 2020.

    Mehr Nachfrage für Immobilien im Städte-Umland

    Dabei gelte grundsätzlich, "dass es bei den Preisen ein Süd-Nordgefälle gibt und dass Immobilien in der Regel in den Städten teurer als in deren Umland oder im ländlichen Raum sind", erklärt Paul Fraunholz von der Sparkassen-Immo. "Wir erleben derzeit eine deutlich gestiegene Nachfrage für Wohnimmobilien im Umland der Städte, da dort die Preise noch etwas erschwinglicher sind und sich ein größerer Flächenbedarf, den insbesondere Familien haben, dort eher verwirklichen lässt."

    Auch zum Beispiel Platz für einen zusätzlichen Raum fürs Homeoffice, einen Balkon, oder einen kleinen Garten lässt sich im Umland günstiger darstellen. Und künftig? Da das Angebot auch weiter knapp bleibe, könnte es, so die Prognose, zu einem weiteren Anstieg der Preise kommen.

    Zinsen im Schnitt über zwei Prozent

    Die Zinsen für Immobilienkredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren sind im Schnitt auf mehr als zwei Prozent gestiegen. Die hohe Inflation und eine erwartete Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank EZB lassen die Renditen weiter steigen. Außerdem sollen die Banken angesichts der hohen Häuserpreise weniger Kredite vergeben. Umso schwieriger könnte das Bauen jetzt werden.

    Bauzinsen weit unter aktueller Inflationsrate

    Der langjährige Bauboom könnte daher angesichts der stark verteuerten Kredite an seine Grenzen kommen. Experten hatten eine Verdoppelung der Darlehenszinsen erst zum Jahresende erwartet und rechnen nun sogar mit einer Drei vor dem Komma. Langfristig gesehen wäre das immer noch günstig und weit unter der aktuellen Inflationsrate. Einige Kreditnehmer halten Baugeld daher für ein geeignetes Mittel, um den allgemeinen Preisanstieg zu umgehen.

    Bundesbank und Bankenaufsicht planen aber weitere Schritte zur Einschränkung von Immobilienfinanzierungen. Die Banken wurden dabei bereits zu einer erhöhten Risikovorsorge verpflichtet. Die Bundesbank befürchtet einen Preisrückgang, und einige Immobilien seien "überfinanziert". Marktdaten deuteten darauf hin, dass im Neugeschäft die Kreditsumme in jedem zehnten Fall den Kaufpreis der Immobilien übersteigt.

    Insgesamt stieg der Anteil der Baufinanzierungen auf 35 Prozent aller Bankkredite. Für Verbraucher wird es schwieriger werden, an solche Kredite zu kommen, selbst wenn sie bereit sind, die höheren Zinsen zu bezahlen.

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