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Bundesverband der Deutschen Industrie: Wirtschaftswachstum auch im neuen Jahr schleppend

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    Wirtschaftswachstum auch im neuen Jahr schleppend

    Volle Auftragsbücher, aber nicht genug Material. Lieferengpässe machen es den Unternehmen schwer. Der deutschen Wirtschaft droht ein weiteres "Stop-and-go-Jahr." Das hat der Bundesverband der Deutschen Industrie in seinem Jahresausblick mitgeteilt.

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    Eigentlich könnte alles so schön sein: Die Nachfrage nach Produkten aus den verschiedensten Bereichen ist groß, die Auftragsfirmen der Unternehmen sind voll. Aber sie können oft nur mit massiven Verzögerungen oder gar nicht liefern. Die pandemiebedingten Lieferengpässe bremsen den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland deutlich. Das hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) heute mitgeteilt.

    Mehr als 50 Milliarden Euro Verlust

    Besonders betroffen sind Betriebe in der Automobil-, der Elektroindustrie oder auch im Maschinenbau. Ihnen fehlen wichtige Rohstoffe und Vorprodukte, die entweder gar nicht, oder nur mit massiven Verzögerungen geliefert werden können. Ein schnelles Ende ist hier nicht in Sicht: "Trotz voller Auftragsbücher werden fehlende Mikrochips, Bauteile und Rohstoffe die Produktion noch längere Zeit beeinträchtigen", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Diese Engpässe bremsen die industrielle Wertschöpfung laut Russwurm in den Jahren 2021 und 2022 um jeweils mehr als 50 Milliarden Euro aus.

    Dennoch Wachstum erwartet

    Trotz der Probleme erholt sich die Wirtschaft langsam von der Pandemie. Der Bundesverband der Deutschen Industrie blickt verhalten zuversichtlich in die Zukunft: In diesem Jahr erwartet der Verband ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Im Vergangenen Jahr waren es nur 2,5 Prozent. Auch die deutschen Exporte legen zu, um vier Prozent.

    Auch in der Industrie erwartet der BDI einen Produktionsanstieg. Hier von viereinhalb Prozent. Trotz des Anstiegs liege das Produktionsniveau insgesamt im Jahr 2022 aber noch um rund sechs Prozent unter dem Niveau 2018. Das sei aber nicht nur pandemiebedingt. Die industrielle Produktion war schon 2019 und damit vor Corona rückläufig.

    Die Zukunft bleibt unsicher

    Selten aber sei ein Jahresausblick mit so viel Unsicherheit behaftet gewesen, so der Verband. Russwurm sagte, die Pandemie sei immer noch das bestimmende Thema. Der erhoffte "Post-Corona-Boom" bleibe aus. Vor dem Sommer könne man nicht mit einer Erholung rechnen, und auch das sei optimistisch.

    Die Industrie forderte auch die Politik zum Handeln auf. Deutschland müsse für Unternehmen aus dem In- und Ausland attraktiver gemacht werden. Hohe Energiekosten, schleppender digitaler Wandel, mangelnde Infrastruktur-Investitionen und hohe Steuern würden das aber verhindern.

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