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Philipp Lahm: Kahlschlag bei seiner Firma Sixtus | BR24

© BR / Felix Lincke

Der frühere Fußballstar Philipp Lahm hat in seinem zweiten Leben als Unternehmer offenbar größere Schwierigkeiten. Seine Firma Sixtus steht einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise vor dem Aus. Auch bei Schneekoppe hängt viel an einem Deal.

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Philipp Lahm: Kahlschlag bei seiner Firma Sixtus

Der frühere Fußballstar Philipp Lahm hat in seinem zweiten Leben als Unternehmer offenbar größere Schwierigkeiten. Seine Firma Sixtus steht einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise vor dem Aus. Auch bei Schneekoppe hängt viel an einem Deal.

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Keine eigene Produktion mehr und auch kein Vertrieb: Das Unternehmen Sixtus, das dem Ex-Fußballstar Philipp Lahm gehört, wird offenbar zum Jahresende so gut wie abgewickelt. Das berichtet der Münchner Merkur.

Lahm zeigt Verständnis für Mitarbeiter von Sixtus

In einem Arbeitsgerichtsprozess hat sich jetzt herausgestellt, dass für das Pflegeserienunternehmen ab dem kommenden Jahr nur noch eine Teilzeitkraft und ein Auszubildender arbeiten werden. Bislang waren rund 30 Mitarbeiter für den Hersteller von Duschgels, Fußspray und Massageölen tätig. 20 Mitarbeitern wurde gekündigt, 10 weitere verlassen Sixtus aus anderen Gründen.

Für die Mitarbeiter ist das ein schwerer Schlag. Ein Teil von ihnen klagt deshalb gegen die Kündigung. Und stößt dabei sogar auf Verständnis bei Eigentümer Lahm. "Ich habe großes Verständnis für den Unmut der Mitarbeiter, aber ich stelle mich der Verantwortung", sagte er jetzt dem Handelsblatt.

"Mit der Marke Sixtus wird es weitergehen. Die Zahlen sind seit vielen Jahren nicht gut, und damit das Unternehmen zukünftig wirtschaftlich arbeiten kann, müssen wir das Geschäftsmodell verändern. Und das werden wir auch tun." Philipp Lahm, Unternehmer

Dafür soll unter anderem der Firmenstandort von Hausham (in der Nähe des Schliersees) nach Bad Aibling verlegt werden.

Schwierigkeiten der Lahm-Firma Sixtus schon länger bekannt

Sixtus hat schon länger wirtschaftliche Schwierigkeiten und machte Verlust, der Wirtschaftwoche zufolge fast 700.000 Euro allein im Jahr 2017 – bei 2,1 Millionen Euro Umsatz. Seit 2017 ist Lahm auch alleiniger Eigentümer von Sixtus. 2018 lag der Umsatz dann immer noch unter vier Millionen Euro – was aus Sicht des Unternehmens betriebsbedingte Kündigungen ermöglicht.

Sixtus soll künftig nur noch acht statt bisher 220 Produkte anbieten. Fertigen soll die, wie die Anwältin des Unternehmens, Birgit Baudisch, dem Münchner Merkur sagte, ein Drittunternehmen.

Weder die Anwältin noch die Geschäftsführung von Sixtus waren zunächst für ein Interview erreichbar.

Schneekoppe hängt am Aldi-Faden

Auch beim Naturkosthersteller Schneekoppe ist Lahm seit dem Jahr 2018 der Mehrheitseigentümer – ein Unternehmen, das ebenfalls seit längerem auf dem absteigenden Ast ist. 2017 machte das Unternehmen noch etwa sieben Millionen Euro Umsatz und einen sechsstelligen Verlust. 2006 war der Umsatz noch mehr als zehnmal so hoch gewesen.

Helfen soll Schneekoppe jetzt unter anderem ein Deal mit Aldi. Seit Anfang Mai kooperieren die beiden Unternehmen. Verbraucher können beim Discounter Schneekoppe-Produkte kaufen.