BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Ralf Schmidberger/BR
Bildrechte: BR

Mehrwegpflicht für To-Go-Produkte: Wirtschaftsverbände protestieren

5
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Wirtschaft kritisiert Mehrwegpflicht für Sushi, Salate & Co.

Salat, Sushi oder den Kaffee zum Mitnehmen – all das sollen die Geschäfte ab 2022 auch in Mehrwegbehältern anbieten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundesumweltministerium vorgelegt. Wirtschaftsverbände lehnen das in der jetzigen Form ab.

5
Per Mail sharen
Von
  • Ralf Schmidberger

Wirtschaftsverbände haben noch diese Woche die Möglichkeit, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen. Und es ist klar: sie lehnen das Vorhaben in der jetzigen Form ab. Der Handelsverband HDE spricht von einem "Eingriff in die Freiheit", die Gaststättenbranche von "schlicht nicht umsetzbar". Nach Ansicht der Verbände geht das Bundesumweltministerium weiter als es eine EU-Richtlinie fordert. Klar ist: der Plastikabfall soll deutlich verringert werden. Wie, das lässt Brüssel weitgehend offen.

Handel fordert mehr Zeit zur Umsetzung

Dass die Kunden hierzulande künftig die Wahl haben sollen, den Kaffee, den Salat oder sonstige Lebensmittel zum sofortigen Verzehr in einer Wegwerf- oder einer Mehrweg-Verpackung zu bekommen – das lehnt der Handelsverband gar nicht grundsätzlich ab. Doch – wie vom Umweltministerium geplant – sei das noch nicht ab 2022 machbar. Man könne innerhalb eines Jahres kein Rückgabesystem schaffen. Immerhin müsse man die ganze Logistik aufbauen, wie zurückgegebene Tassen und Behältnisse entgegengenommen und gespült werden können. Die Einführung des Dosenpfands habe mehrere Jahre in Anspruch genommen, mahnt der HDE.

Gaststättenverband will keine weiteren Lasten in der Coronakrise

Der Gaststättenverband Dehoga lehnt dagegen den Gesetzentwurf im Ganzen ab. Geschäftsführerin Ingrid Hartges ärgert sich: In einer Zeit, in der die Gastronomie am Boden liege, denke die Politik bereits an zusätzliche Belastungen. Der Gesetzentwurf des Umweltministeriums muss allerdings noch mit den anderen Ministerien abgestimmt werden. Die Verbände hoffen, dass sich da noch einiges ändert.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!