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Wirtschaft besorgt über AfD-Erfolg in Brandenburg und Sachsen | BR24

© BR / Felix Lincke

Wirtschaftsverbände und Forschungsinstitute analysieren den Wahl-Erfolg der AfD in Brandenburg und Sachsen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist besorgt.

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Wirtschaft besorgt über AfD-Erfolg in Brandenburg und Sachsen

Wirtschaftsverbände und Forschungsinstitute analysieren den Wahl-Erfolg der AfD in Brandenburg und Sachsen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist besorgt. Laut einer Studie machen sich im Osten deutlich mehr Menschen Sorgen um ihre Zukunft.

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Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer fordert als Reaktion auf die Wahlergebnisse die Landesregierungen in Brandenburg und Sachsen auf, die Lebensbedingungen der Menschen dort weiter zu verbessern.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland sei besser als die Stimmung, sagt hingegen das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in Dresden. Es verweist auf die niedrige Arbeitslosigkeit und das hohe Wachstum in Sachsen. Leipzig habe ein BMW- und ein Porsche-Werk, das gerade erweitert wird. Dresden wiederum hat sich zu einem Zentrum der Chipindustrie entwickelt. Autobau und Braunkohle stehen allerdings vor Umwälzungen, die viele Arbeitsplätze kosten werden. Das vergrößere die Unsicherheiten bei den Menschen in der Region und spiegele sich im Wahlverhalten wider.

Fachkräfte und Angestellte im Osten sorgen sich um ihre Zukunft

Eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung kommt zum Ergebnis, dass sich im Osten der Republik auch Fachkräfte und Angestellte mit mittlerem Bildungsabschluss große Sorgen um ihre Zukunft machen, während sich im Westen vor allem An- und Ungelernte nicht gut aufgestellt fühlen.

Mehr Facharbeiter haben rechtspopulistische Parteien gewählt

Das Ergebnis spiegelt sich laut Autoren auch im Wahlverhalten wieder. Weit mehr Facharbeiter in den östlichen Bundesländern als in den westlichen geben demnach an, rechtspopulistische Parteien gewählt zu haben. Da sie bereits nach der Wende vom Wandel der Wirtschaft betroffen waren, fühlen sich im Osten auch Menschen mit mittlerer Qualifikation in puncto Zukunft nicht so gut abgesichert, so die Studie. Unter Akademikern in Ost- und Westdeutschland sei die Sorge etwa gleich groß.

Das Arbeitsleben mit Tarifverträgen besser absichern

Die Hans-Böckler-Stiftung betrachtet auch die Möglichkeit, das Arbeitsleben mit Tarifverträgen besser abzusichern. Die seien im Osten allerdings weit weniger verbreitet als im Westen. So werden laut der Studie in Sachsen nur 39 Prozent und in Brandenburg nur 45 Prozent der Arbeitskräfte nach einem Tarifvertrag bezahlt. In den westdeutschen Bundesländer sind es dagegen im Mittel 57 Prozent. Solch ein Vertrag gilt für eine Branche und oft liegt der Lohn über dem, den Firmen ohne Tarifbindung ihren Mitarbeitern zahlen.