BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Wirecard: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ernst & Young | BR24

© pa/dpa/Jörg Carstensen

Wirecard: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ernst & Young

10
Per Mail sharen

    Wirecard: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ernst & Young

    Im Fall Wirecard ist gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Das bestätigte am Freitagabend die zuständige Staatsanwaltschaft München. Hintergrund ist demnach eine Strafanzeige.

    10
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen Verantwortliche bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young wegen deren Rolle im Wirecard-Skandal. Dem war eine Anzeige durch die Wirtschaftsprüferaufsicht Apas vorausgegangen. Man habe die Anzeige "ausführlich geprüft", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, es werde gegen frühere EY-Prüfer ermittelt.

    "Zahlreiche Beschuldigte" im Fall Wirecard

    Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens sei die normale Vorgehensweise, so die Staatsanwaltschaft. Man führe die Ermittlungen im Gesamtkomplex Wirecard weiterhin "ergebnisoffen gegen zahlreiche Beschuldigte", die man aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nenne.

    Die Apas hatte die Staatsanwaltschaft bereits im November eingeschaltet. Damals erklärte ein EY-Sprecher, man sehe "keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Abschlussprüfern von EY im Fall Wirecard."

    Toncar: Ermittlungen bedeuten "ganz neue Dimension"

    Gegen Ernst & Young gab es wiederholt Vorwürfe, den Prüfauftrag für Wirecard nicht hinreichend ernst genommen und damit zweifelhafte Geschäftspraktiken des Finanzdienstleisters erleichtert zu haben.

    Laut dem FDP-Obman im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags, Florian Toncar, spreche bisher alles dafür, dass bei der Abschlussprüfung "gravierende Fehler" gemacht wurden. Dass diese Fehler nun auch strafrechtliche Relevanz haben könnten, gebe dem Fall aber "eine ganz neue Dimension".

    Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs

    Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet. Der Zahlungsdienstleister soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen führende Manager wegen des Vorwurfs eines "gewerbsmäßigen Bandenbetrugs". Dabei soll die Wirecard-Chefetage über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!