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Wirecard-Skandal: FDP fordert Untersuchungsausschuss | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Die bisher bekannten Informationen im Wirecard-Skandal werfen kein gutes Licht auf das Bundesfinanzministerium, so FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Er fordert, die Rolle von Olaf Scholz in einem Untersuchungsausschuss aufzuklären.

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Wirecard-Skandal: FDP fordert Untersuchungsausschuss

Die bisher bekannten Informationen im Wirecard-Skandal werfen kein gutes Licht auf das Bundesfinanzministerium, so FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Er fordert, die Rolle von Olaf Scholz in einem Untersuchungsausschuss aufzuklären.

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Von
  • Veronika Lohmöller

Nach und nach kommen mehr Details im Wirecard-Skandal ans Licht. Die FDP fordert in diesem Zusammenhang, dass die Rolle von Bundesfinanzminister Scholz in einem Untersuchungsausschuss aufgeklärt wird. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte der deren Finanzexperte Frank Schäffler zum Wirecard-Skandal:

"Wenn Verdacht auf Bilanzmanipulationen herrscht, wenn Geldwäscheverdacht herrscht, wenn die Bafin Ermittlungen unternimmt und auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen unternimmt, dann muss Politik zurückhaltend sein. Und auch das muss untersucht werden: Was ist die Rolle des Bundesfinanzministers an dieser Stelle?" FDP-Finanzexperte Frank Schäffler

Schäffler spricht von möglicher "Kumpelwirtschaft"

Im Rahmen des Untersuchungsausschusses sei auch zu klären, inwieweit es eine "Kumpelwirtschaft gibt zwischen Finanzministerium und der Finanzwelt".

Der FDP-Politiker kritisierte außerdem die Bundesregierung dafür, die geplante Reform des Kontrollverfahrens erst zum 31.12.2021 wirksam werden zu lassen:

"Da muss man sich fragen, was passiert in der Zwischenzeit? Vielleicht haben wir ja nur die Spitze des Eisbergs. Vielleicht gibt es ja noch mehr Fälle. Und dann wollen wir mit diesen Strukturen, die wir derzeit haben, sowas untersuchen? Ich glaube, da muss die Regierung schon schneller ihre Hausaufgaben machen." FDP-Finanzexperte Frank Schäffler

Ex-Vorstand Jan Marsalek unter russischer Aufsicht

Vor einem Monat wurde bekannt, dass der Finanzdienstleister Wirecard Bilanzfehlbeträge in Milliardenhöhe aufweist. In der Zwischenzeit wurde zudem bekannt, dass sich der Ex-Vorstand Jan Marsalek unter russischer Aufsicht in der Nähe von Moskau befindet.

Der flüchtige Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek habe erhebliche Summen in Form von Bitcoins aus Dubai nach Russland geschafft, berichtet das Handelsblatt. Nun befinde sich der wegen Bilanzbetrugs gesuchte Mann auf einem Anwesen in der Nähe von Moskau unter Aufsicht des Militärgeheimdienstes GRU. Die Zeitung beruft sich dabei auf Unternehmer-, Justiz- und Diplomatenkreise.

Bericht: Kanzleramt half Wirecard in China

Wirecard wird in Berlin indes zunehmend zum Politikum: Das Kanzleramt hat sich einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr für den inzwischen insolventen DAX-Konzern Wirecard eingesetzt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag berichtete, ging es dabei um den damals geplanten Markteintritt des Zahlungsdienstleisters in China.

Demnach sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel am 3. September 2019 mit dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über die Pläne des Unternehmens, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Guttenberg beriet Wirecard bei dessen Expansion nach China mit seiner Investment- und Consultingfirma Spitzberg Partners.

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