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Wirecard: Mehr Geldwäsche-Verdachtsmeldungen als bisher bekannt | BR24

© adpic/H. Eder

Wirecard: Mehr Geldwäsche-Verdachtsmeldungen als bisher bekannt

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    Wirecard: Mehr Geldwäsche-Verdachtsmeldungen als bisher bekannt

    Die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes stößt nach BR-Informationen in ihren Daten auf immer mehr Geldwäsche-Verdachtsmeldungen mit Bezug zum Wirecard-Konzern. Hätte der Skandal um den insolventen Online-Zahlungsdienstleister früher auffallen müssen?

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    Im Sommer hat sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Sachen Aufklärung rund um den Skandal-Konzern Wirecard einer Devise verschrieben: "Voran, nichts verbergen", so Scholz in einem ARD-Fernsehinterview.

    Zu dieser Aufklärungsarbeit gehört unter anderem, dass die beim Zoll angesiedelte Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes, FIU, seit Ende Juni die Verdachtsmeldungen in ihren Datenbanken nochmal durchforstet: Gibt es Bezüge zum Wirecard-Konzern? Auf 1.000 Treffer ist die FIU gestoßen, das war bisher der Stand.

    Über 2.000 Verdachtsmeldungen mit Wirecard-Bezug

    Eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich und Fabio De Masi zeigt nun: Die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsmeldungen, bei denen es eine Verbindung zu dem früheren, inzwischen insolventen DAX-Konzern gibt, ist deutlich größer. Danach ist die FIU in ihren Datenbanken auf mehr als 2.000 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen (Stand: 23. September) gestoßen.

    Nach Angaben des Ministeriums gibt es bei rund 90 Prozent der Meldungen "aus heutiger Sicht keinerlei Berührungspunkte zu den aktuell bekannten Vorwürfen gegenüber Wirecard". Vielmehr hat die FIU sie erfasst, weil es sich zum Beispiel um verdächtige Finanztransaktionen von Kunden der Wirecard Bank AG handele.

    Allerdings gehen die Strafermittlungsbehörden auch zahlreichen Geldwäsche-Verdachtsmeldungen nach, bei denen - wie es die FIU ausdrückt - "Vorstände und Schlüsselpersonen im Kontext der aktuellen Vorwürfe" eine Rolle spielen.

    Verdächtige Überweisungen auf Konten von Wirecard-Vorständen

    So hat zum Beispiel die Bank Unicredit Anfang Februar 2019 der FIU "Kontogutschriften, u.a. auf Konten von zwei ehemaligen [Wirecard-] Vorstandsmitgliedern im Dezember 2017 und im Dezember 2018" gemeldet.

    Im Mai 2019 wandte sich das Geldhaus J.P. Morgan an die FIU, nachdem es zwischen Dezember 2017 und März 2018 "Überweisungen zwischen Geschäftskonten von verschiedenen Gesellschaften in Asien, teilweise Tochtergesellschaften der Wirecard AG" gegeben habe.

    "Die Ermittlungen dauern an", teilte das bayerische Innenministerium dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages in einem Schreiben mit, das dem BR vorliegt.

    Fabio De Masi nennt FIU "ein schwarzes Loch"

    Für den Finanzexperten der Linken im Bundestag, Fabio De Masi, der für seine Fraktion im inzwischen eingesetzten parlamentarischen Untersuchungsausschuss sitzt, zeigen die neuen Zahlen zu Geldwäsche-Verdachtsmeldungen vor allem eines: "Die FIU ist ein schwarzes Loch. Es ist unwahrscheinlich, dass dies alles Vorgänge sind, die erst nach der Wirecard-Insolvenz gemeldet wurden. Daher muss die FIU vieles ignoriert haben – etwa wenn es nicht im engeren Sinne Geldwäsche, sondern zum Beispiel Bilanzfälschung betraf."

    Unter anderem wegen dieses Vorwurfs laufen seit Monaten Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft München I, auch gegen den früheren Wirecard-Vorstandschef Markus Braun.

    Die für die FIU zuständige Generalzolldirektion teilte auf Anfrage mit, zu Vorgängen aus der operativen Analyse oder zur Herkunft von Informationen gebe man keine Auskünfte.

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