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Zur Person: Markus Braun, der Ex-Chef von Wirecard | BR24

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Markus Braun, der frühere Chef von Wirecard, glaubt nicht, dass Politiker und Aufsichtsbehörden etwas von den Luftbuchungen mitbekommen hätten. Ansonsten hüllte sich Braun weitgehend in Schweigen.

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Zur Person: Markus Braun, der Ex-Chef von Wirecard

18 Jahre stand Markus Braun an der Spitze von Wirecard. Er hat den Zahlungsdienstleister in die Eliteliga der börsennotierten Konzerne geführt. Noch ist nicht geklärt, ob ihm dabei die Kontrolle entglitt oder er selber manipuliert hat.

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Die Ablösung und die Verhaftung von Wirecardchef Markus Braun gilt als tiefe Zäsur für das schnell gewachsene Unternehmen. Der 50-Jährige war die bestimmende Kraft hinter dem Aufstieg des Unternehmens.

Markus Braun war nicht nur Chef, sondern auch Cheftechniker

18 Jahre stand er dabei an der Spitze von Wirecard. 2002 war er als CEO und CTO in den Vorstand der 1999 gegründeten Firma gekommen. Damit war er nicht nur der klassische Unternehmenschef (chief executive officer), sondern auch noch für den gesamten Bereich Technologie zuständig (chief technology officer).

Überzeugt vom Geschäftsmodell

Braun gilt als technisch orientiert, als Nerd, der sich bestens in den Tiefen der Wirecard-Technik auskennt. Als besonders zugänglicher Typ wird er dabei nicht beschrieben. Von seinem Unternehmen und dem Geschäftsmodell war er dabei nach außen hin immer voll überzeugt.

Wirecard habe ein exzellentes Geschäftsmodell, herausragende Technologie und ausreichende Ressourcen für eine große Zukunft, sagte er noch anlässlich seiner Abberufung als Firmenchef. Immerhin hat er bis zu seinem Abgang bei Wirecard auch sieben Prozent der Aktien besessen – und war damit phasenweise, als die Aktien noch deutlich höher standen, Milliardär. Einen Großteil der Anteile hat er im Juni verkauft, allerdings erst nach Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe, wie Wirecard mitteilte.

Als Wirtschaftsinformatiker an die Spitze von Wirecard

Geboren wurde Braun 1969 in Österreich. 1995 schloss er ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien ab und promovierte fünf Jahre später, berufsbegleitend, in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Bis 1998 arbeitete er bei einer kleineren Consultingfirma, von 1998 bis 2001 war er dann für die KPMG Deutschland tätig, bevor er 2002 zu Wirecard in den Vorstand wechselte.

Mit dem jähen Absturz der Wirecard-Aktie ist auch die tiefe Zäsur der Karriere des einst gefeierten Markus Brauns einhergegangen. Am 22. Juni war er festgenommen worden, kam aber bereits einen Tag später gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro und Auflagen wieder frei.

Doch genau vier Wochen später hat ihn die Staatsanwaltschaft München erneut in Untersuchungshaft genommen - und dieses Mal auch nicht gegen Kaution wieder freigelassen. Die Ermittler werfen ihm, einem weiteren Manager und einem Kronzeugen gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. Braun selbst hat bislang alle Vorwürfe zurückgewiesen.

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