BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Wirecard-Manager Marsalek in Russland? Der Kreml weiß von nichts | BR24

© BR

Wo steckt der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek? Das Rätselraten geht weiter. Einem Bericht nach soll der Manager in Russland sein. Doch auch gibt es keine offizielle Bestätigung.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Wirecard-Manager Marsalek in Russland? Der Kreml weiß von nichts

Wo steckt der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek? Das Rätselraten geht weiter. Einem Bericht zufolge soll sich der Manager in Russland aufhalten. Doch die Regierung in Moskau hat davon angeblich keine Kenntnis.

6
Per Mail sharen

Auch in russischen Medien hatte die Meldung aus dem "Handelsblatt" die Runde gemacht: Der flüchtige Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek soll sich nach Informationen der Zeitung unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes befinden.

Dass sich der Österreicher nach Russland abgesetzt hat, bestätigt die russische Regierung aber nicht: Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow erklärte am Mittag: "Nein, es ist nichts bekannt."

Der ehemalige Wirecard-Vorstand soll sich in den vergangenen Jahren oft in Russland aufgehalten haben. Ihm werden enge Kontakte zu den dortigen Geheimdiensten nachgesagt.

Rätselraten um Jan Marsalek geht weiter

Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet, wird Marsalek von den russischen Behörden nicht verfolgt. Es gibt demnach weder ein Strafverfahren gegen den Manager in Russland noch eine Auslieferungsanfrage.

Marsalek soll den unbestätigten Berichten zufolge hohe Summen in Form von Bitcoins nach Russland geschafft haben. Wie es heißt, könnte er über Belarus eingereist sein. An den offiziellen Grenzpunkten, die er als Ausländer eigentlich nutzen müsste, sei seine Einreise allerdings nicht fixiert worden, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax eine nicht näher benannte Behörden-Quelle. Offiziell ist die Grenze zu Russland weiter geschlossen.

Bundesregierung hält sich bedeckt

In der Bundespressekonferenz erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts lediglich, man habe die Medienberichte zur Kenntnis genommen und äußere sich nicht zu Spekulationen oder laufenden Ermittlungen.

Früheren Meldungen nach war er auf den Philippinen vermutet worden. Laut philippinischer Regierung ist er dort verheiratet - davon wiederum ist Kollegen in der Aschheimer Konzernzentrale offenbar aber nichts bekannt. Später hatte die Regierung in Manila eingeräumt, dass die Daten zu Ein- und Ausreise im Computersystem der nationalen Einwanderungsbehörde gefälscht waren.

Marsalek gilt als eine Schlüsselfigur im Wirecard-Skandal

Der 1980 geborene Manager war bis zu seiner fristlosen Kündigung bei dem Zahlungsdienstleister weltweit für das Tagesgeschäft zuständig gewesen. Der Dax-Konzern aus dem Münchner Vorort Aschheim hatte im Juni zuerst Luftbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und wenig später Insolvenz angemeldet. Die mutmaßlichen Scheingeschäfte liefen großenteils über angebliche Subunternehmer im Mittleren Osten und in Südostasien. Kerngeschäft von Wirecard ist das Abwickeln von Kartenzahlungen als Schaltstelle zwischen Kreditkartenfirmen und Händlern.

Merkel sprach Wirecard bei China-Reise an

Unterdessen wurde bekannt, dass sich das Kanzleramt bei einer Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach China im September 2019 für Wirecard eingesetzt hatte. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde damals eine "Flankierung" des beabsichtigten Markteintritts von Wirecard in China zugesagt.

Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte dazu am Montag, die Bundeskanzlerin habe in ihrem Gespräch in China "neben anderen Themen andere Unternehmen betreffend auch das Thema Wirecard angesprochen". Die Bundesregierung setze sich regelmäßig für die Interessen von Unternehmen ein.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!