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Wirecard lässt genaue Verwendung der Softbank-Millionen offen | BR24

© Peter Kneffel / Picture Alliance

Wirecard lädt seine Aktionärinnen und Aktionäre zu Hauptversammlung. Vor allem die Investition von Softbank dürfte Fragen aufwerfen.

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Wirecard lässt genaue Verwendung der Softbank-Millionen offen

Der Zahlungsabwickler Wirecard lässt die Verwendung der 900 Millionen Euro schweren Geldspritze seines neuen Investors Softbank zunächst offen. Doch Vorstandschef Markus Braun hat auf der Hauptversammlung zumindest mögliche Strategien vorgestellt.

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Der Finanzdienstleister Wirecard hat in den vergangenen Monaten für jede Menge Schlagzeilen gesorgt - jetzt hat sich Wirecard gegenüber den Aktionärinnen und Aktionären in München auf der Hauptversammlung optimistisch gezeigt.

"Wir haben durchschnittlich seit dem Börsengang 2005 eine jährliche Steigerung des Unternehmenswerts um 36 Prozent erzielen können." Wirecard-Vorstandschef Markus Braun

Die Vergangenheit sei schön, doch als Vorstandschef wolle Braun auch eine klare Aussage treffen für die Zukunft: Er sei auch in den nächsten zehn Jahren optimistisch.

Die Millioneninvestition des japanischen Konzerns Softbank könnte man seinerseits wiederum auch in Investitionen, eine Verringerung der Schulden oder auch in einen Aktienrückkauf stecken, so Braun. In seiner Rede bezeichnete Braun diese Optionen als "Beispiele", sprach aber zugleich von einer Aufteilung zu jeweils ungefähr einem Drittel.

Kritik der Anlegerschützer: Mehr Aufklärung in der Singapur-Affäre

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks mitgeteilt, dass sie Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten will. Die Chefetage habe viel zu lange damit gewartet, die Strukturen des Unternehmens an die Herausforderungen anzupassen, die der Aufstieg in den Dax mit sich bringt, so die Wertpapierschützer.

Hätte man schneller gehandelt, dann hätte man die Attacken der Spekulanten nach den kritischen Presseberichten früher abwenden können. Äußerst positiv bewerten die Anlegerinnen und Anleger aber die Investitionen des japanischen Technologiekonzerns Softbank. So könnte man sich in Zukunft besser auf den asiatischen Märkten aufstellen, so die Hoffnungen auf der Hauptversammlung.

Spekulanten profitierten von Medien-Druck auf Wirecard

Berichte der "Financial Times" über angeblich gefälschte Bilanzen von Wirecard in Singapur hatten die Dax-Aktie zu Jahresbeginn in heftige Turbulenzen gestürzt. Das ging sogar soweit, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin aufgrund der massiven Kursschwankungen bei Wirecard einen Flächenbrand befürchtete. Die Schwankungen der Aktie seien "eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland", hieß es in einer Verfügung der obersten Wertpapieraufseherin Elisabeth Roegele im Februar. Die Kursschwankungen hätten zu "massiven Unsicherheiten an den Finanzmärkten" geführt.

Kanzlei hatte Wirecard entlastet

Eine Prüfung durch die Anwaltskanzlei Rajah & Tann hatte ergeben, dass lediglich kleinere Bilanzpositionen für 2017 korrigiert werden müssten. Keine illegalen Geschäfte, keine Korruption. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für Straftaten in der deutschen Konzernzentrale. Damit sieht der Zahlungsabwickler Wirecard aus Aschheim bei München den Vorwurf von Korruption und Bilanzfälschung in Singapur entkräftet.

© BR

Der Bezahldienstleister Wirecard hat turbulente Monate hinter sich. Er war zum Ziel von Spekulanten geworden.