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Wirecard: Insider verkündete Ergebnis der Bilanzprüfung vorab | BR24

© BR/Margit Siller

Im Skandal um die Bilanzmanipulationen bei Wirecard hat ein Insider in einem Börsenforum vorab Prüfergebnisse veröffentlicht. Wer den Post ernst nahm, wusste damit vorab, dass die Prüfgesellschaft EY ernsthafte Zweifel an einigen Posten hatte.

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Wirecard: Insider verkündete Ergebnis der Bilanzprüfung vorab

Im Skandal um die Bilanzmanipulationen bei Wirecard hat ein Insider in einem Börsenforum vorab Prüfergebnisse veröffentlicht. Wer den Post ernst nahm, wusste damit vorab, dass die Prüfgesellschaft EY ernsthafte Zweifel an einigen Posten hatte.

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Der Vorstand von Wirecard versuchte noch im März und im April durch zwei börsenrelevante Ad-hoc-Mitteilungen den Eindruck zu erwecken, dass bei der Bilanz-Prüfung für das Jahr 2019 nicht mit bösen Überraschungen zu rechnen ist. Allerdings sollen anders lautende Informationen schon Tage vor dem Kurssturz des Zahlungsdienstleisters im Juni in einem Börsen-Forum veröffentlicht worden sein.

Insider kannte entscheidende Details des Wirecard-Prüfberichts

Die Angaben waren so detailliert, dass es sich offenbar um Insiderinformationen gehandelt hat. Der Eintrag wurde zwar inzwischen gelöscht, aber im Nachhinein betrachtet hatte der bislang anonyme Hinweisgeber recht: Die Wirtschaftsprüfer von EY würden die Bilanz 2019 nicht uneingeschränkt testieren.

Die Geschäftsführung von Wirecard könne keine Nachweise erbringen für die Treuhandkonten. Und Mitarbeiter hätten diese Informationen auch an Leerverkäufer weitergegeben. Das sind spekulative Fonds, die auf fallende Kurse wetten und daran verdienen. Der Zusammenbruch von Wirecard nach dem 18. Juni hätte diesen Insider dann also keineswegs mehr überrascht.

Schon im Frühjahr wussten manche offenbar mehr

Dass es darüber hinaus bereits im Frühjahr gut informierte Beobachter gegeben haben könnte, interessiert auch die Staatsanwaltschaft München und die Finanzaufsicht Bafin. Deren Verwaltungsratsvorsitzender, Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, hat sich mindestens zweimal mit dem ehemaligen Wirecard-Chef und Großaktionär Markus Braun getroffen.

Was dabei besprochen wurde, wird als Geheimsache eingestuft. Kukies war vor seinem Wechsel ins Bundesfinanzministerium für Goldman Sachs tätig - in London und zuletzt in Frankfurt sogar als Co-Chef zuständig für die Geschäfte der US-Investmentbank in Deutschland und Österreich. Goldman Sachs kontrollierte zum Jahresanfang fast zehn Prozent der Wirecard-Aktien.

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