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Wirecard: Aktionärsschützerin sieht Chancen für Entschädigung | BR24

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Nach dem Wirecard-Skandal sieht Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Chancen auf Schadenersatz für geschädigte Aktionäre. Die Gesetze seien dafür ausreichend, müssten aber auch angewendet werden.

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Wirecard: Aktionärsschützerin sieht Chancen für Entschädigung

Nach dem Wirecard-Skandal sieht Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Chancen auf Schadenersatz für geschädigte Aktionäre. Die Gesetze seien dafür ausreichend, müssten aber auch angewendet werden.

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Nach dem mutmaßlichen Milliardenbetrug beim Zahlungsdienstleister Wirecard sieht die Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Daniela Bergdolt, Pläne für eine stärkere Kontrolle durch den Staat skeptisch: "Wir haben eigentlich alle Gesetzte die wir brauchen. Wir müssen sie nur anwenden", sagte Bergdolt im Interview mit der Bayern 2-radioWelt.

Wirecard-Wirtschaftsprüfer in der Kritik

Die bestehenden Gesetze müssten aber auch zu einer tatsächlichen Haftung führen. Als Beispiel nannte sie die Wirtschaftsprüfer von Wirecard: "Es muss klar sein, wer schlampig prüft, haftet. Das ist eine Sache der Rechtsprechung. Die wird jetzt kommen." Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will nach einem Zeitungsbericht einen Aktionsplan mit 16 Maßnahmen vorstellen. Unter anderem will er die Finanzaufsicht Bafin stärken, um Anleger besser zu schützen.

Hoffnung auf Schadensersatz – "Wehren Sie sich bitte!"

Für die geschädigten Aktionäre sieht Bergdolt gute Chancen auf Schadenersatz. Die Frage sei allerdings in welcher Höhe: "Hier wurde so massiv betrogen, gelogen, vertuscht und verdeckt, dass keine Frage ist, das Aktionäre Schadenersatz bekommen werden." Die Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz appellierte deshalb an die Aktionäre, sich zu wehren:

Viele Aktionäre sagen, na gut, ich habe halt jetzt das Geld verloren und Ende. Das darf nicht sein. Damit gewinnen die, die betrügen. Wehren Sie sich bitte!" Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Geltend gemacht könne der Schaden gegenüber dem Management, den zuständigen Wirtschaftsprüfern und eventuell auch gegenüber der Finanzaufsicht Bafin. "Diese Aufsicht, die diese Behörde eigentlich tätigen sollte, scheint irgendwie nicht gegriffen zu haben." Ob der festgeschriebene Haftungsausschluss der Bafin verfassungsrechtlich haltbar sei, müsse nun geprüft werden.

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