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Anwältin
© picture alliance / Ulrich Baumgarten
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Anwältin

Die Deutschen sind schon längst keine Prozesshansel mehr. Laut Statistik wurden 2017 937.000 Fälle bei Amtsgerichten verhandelt, 1995 waren es noch 1,75 Millionen. Die Gründe dafür sind nicht leicht zu erfassen. Zum einen werden zwischenzeitlich viele Streitfälle außergerichtlich gelöst, ob über Schlichtungsstellen für den öffentlichen Personenverkehr, für die Kranken- und Pflegeversicherung oder den Versicherungsombudsmann.

Zum anderen gibt es im Internet Portale, die weitgehend auf Anwälte verzichten können, um zum Beispiel bei Flugverspätungen das Recht automatisiert durchzusetzen.

Streitpunkt Gebühren

Größter Knackpunkt für viele Bürger sind aber die Gebühren. Je geringer der sogenannte Streitwert, desto höher sind im Verhältnis die Anwaltsgebühren. Doch verweist der Deutsche Anwaltverein darauf, dass die Erstberatung mit 190 Euro plus Mehrwertsteuer gedeckelt ist.

Landflucht auch bei Anwälten

Allerdings wollen immer weniger Juristen in ländliche Regionen, sodass viele Bürger den Anwalt vor Ort gar nicht mehr kennen. Auch um die Landflucht zu stoppen, verlangen die Verbände, die Honorare nach sechs Jahren anzupassen. Die Tariflöhne sind seitdem nämlich um 16 Prozent gestiegen.