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Wieder nur ein Etappensieg | BR24

© pa / dpa / R4200

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn - der Konzern will den Richterspruch nun prüfen

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    Wieder nur ein Etappensieg

    Im Prozess um Schadenersatz hat die Telekom vor dem OLG Frankfurt eine juristische Schlappe erlitten. Allerdings muss nun in jedem Einzelfall geprüft werden, ob der Fehler im Börsenprospekt entscheidend war für den Aktienkauf. Von Felix Lincke

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    Der Frankfurter Telekom-Prozess ist der erste seiner Art, der Kapitalanlegern nach dem kurz KapMuG genannten Gesetz ein gemeinsames Musterverfahren ermöglicht. Um Aufwand und Kosten zu sparen werden die Klagen vieler Anleger, im Fall der Telekom rund 16.000, gebündelt und in einem einzigen Prozess behandelt. Problem dabei ist, dass solche Prozesse extrem lange dauern.

    Verluste mit "Volksaktie"

    Nach dem Bundesgerichtshof hat heute auch das Frankfurter Oberlandesgericht den enttäuschten Aktionären des dritten Telekom-Börsengangs im Grundsatz Recht gegeben. Es stimmt demnach, dass der Bonner Konzern in seinem Börsenprospekt die Anleger über die Risiken seiner Mobilfunkbeteiligung in den USA getäuscht hatte. Das sollte sich später als folgenschwerer Fehler erweisen.

    Noch nicht rechtskräftig

    Die Telekom sieht aber immer noch Möglichkeiten, gegen Teile dieses Musterentscheids erneut vor den BGH zu ziehen und damit die endgültige Entscheidung weiter hinauszuzögern. Außerdem muss grundsätzlich noch erörtert werden, welcher Schadenersatz den Aktionären überhaupt zusteht. Gefordert haben sie rund 80 Millionen Euro, doch wie viel davon am Ende ausgezahlt wird, das ist noch völlig offen.

    Von ursprünglich 17.000 Klägern sind eintausend zum Teil schon verstorben. Die anderen müssen nun erleben, wie das Verfahren ins 17. Jahr geht. Der Prozess lässt erahnen, wie schwierig es für die Aktionäre von VW in der Dieselaffäre werden könnte, am Ende entschädigt zu werden.