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Wie wirken die Hilfsmaßnahmen von Zentralbanken und Regierungen? | BR24

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Überall versuchen Regierungen gerade die Wirtschaft mit gigantischen Summen am Laufen zu halten – zumindest so weit, dass Unternehmen, Geschäfte, Selbstständige usw. nach der Krise wieder starten können. Aber wie funktioniert das?

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Wie wirken die Hilfsmaßnahmen von Zentralbanken und Regierungen?

Überall versuchen Regierungen gerade die Wirtschaft mit gigantischen Summen am Laufen zu halten – zumindest so weit, dass Unternehmen, Geschäfte, Selbstständige usw. nach der Krise wieder starten können. Aber wie funktioniert das?

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Der Staat und die Zentralbanken sind ähnlich wie bei der Finanzmarktkrise im Alarmmodus. Um die Corona-Krise zu überwinden, spannen Regierungen mit hunderten Milliarden Euro oder Dollar Rettungsschirme. Die US-Notenbank Fed hat zudem die Zinsen bis auf fast Null gesenkt. Die EZB hat zusätzlich ein Anleihekaufprogramm für 750 Milliarden Euro angekündigt. Aber wie wirken diese Maßnahmen und wie soll dadurch ein Weg aus der Rezession in Folge der Corona-Krise gefunden werden?

Grundproblem ist die Liquidität

Das grundlegende Problem das viele Unternehmen derzeit haben ist ein Liquiditätsproblem. Weil keine Waren verkauft werden, kommt auch kein Geld herein, trotzdem müssen Löhne, Mieten und Zinsen für laufende Kredite weiterbezahlt werden.

Der Staat kann mit seinen Hilfszahlungen in Deutschland von 9.000 oder 15.000 Euro aber nur die ersten Löcher in den Firmenkassen stopfen. Damit ist es langfristig nicht getan und deshalb versuchen die Zentralbanken mit anzuschieben.

"Zentralbanken können nur Brücken bauen"

Indem die Notenbanken die Leitzinsen senken und viel Geld in die Märkte pumpen, wollen sie die Geschäfts-Banken dazu animieren, Geld an notleidenden Firmen zu verleihen. Der Volkswirtschaftsprofessor Markus Brunnermeier von der US-amerikanischen Princeton University warnt aber davor, die Maßnahmen von EZB und Fed als Allheilmittel zu sehen:

"Wichtig ist, dass die Zentralbanken nur Brücken bauen können und nicht einen Zahlungsausfall ausgleichen können." Markus Brunnermeier, Professor für Volkswirtschaftslehre

Das heißt, irgendwann müssen die Unternehmen diese Kredite auch wieder zurückzahlen. Dass manche das vielleicht nie schaffen, dieses Risiko wollen die Geschäftsbanken nicht tragen, weshalb der Zentralbank-Impuls wiederum nur wirkt, wenn der Staat Garantien für diese Kredite gibt – die Bundesregierung hat das bereits beschlossen.

Angst vor hoher Inflation – oder auch nicht

Und es bleibt noch eine Sorge, nämlich jene, dass das viele zusätzliche Zentralbank-Geld eine heftige Inflation auslösen könnte. Muss aber nicht sein, erklärt Professor Brunnermeier:

"Weil Leute weniger nachfragen. Sie gehen nicht mehr in Restaurants gehen, sie geben nichts mehr aus, das drückt die Preise nach unten." Markus Brunnermeier, Professor für Volkswirtschaftslehre

Keine schnelle Inflation also aber auch keine unmittelbare Sofort-Rettung der Wirtschaft. Die Notenbanken können den Konjunktur-Schock durch Corona nur abfedern, die Wellen aber werden erst viel später verebben.

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