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Wie gutgläubige Senioren systematisch abgezockt werden | BR24

© Amadeus Banerjee/BR

Seniorenabzocke und die Verantwortung der Kreditinstitute

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Wie gutgläubige Senioren systematisch abgezockt werden

Bislang war es meist der Enkeltrick, aktuell geben sich die Täter am Telefon als Bankmitarbeiter oder gar Polizist aus. Der Gang zum Bankschalter oder Schließfach ist immer ein Teil der Masche. Doch was unternehmen die Geldinstitute?

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Laut Polizei Oberbayern Süd gibt es gerade eine neue Welle von Betrugsfällen in Bayern: Vor allem ältere Menschen fallen auf die aufwendig konstruierten Geschichten der Anrufer herein.

Andreas Guske von der Polizei Oberbayern Süd weiß jedoch, wie schwierig es für die Senioren sein kann, einen Betrug tatsächlich zu erkennen. "Diese Täter gehen so unheimlich geschickt vor, dass sich viele Leute überzeugen lassen und am Ende nicht nur ein bisschen Geld verlieren, sondern oft das gesamte Vermögen", sagt Guske.

Filialsterben auf dem Land: Vor allem Senioren spüren Folgen

Die Betrugsopfer werden oft über einen längeren Zeitraum hinweg angerufen und Schritt für Schritt in die frei erfundene Situation hineingedrängt. Guske zufolge wird den Opfern vorgemacht, dass sich die ganze Welt gegen sie verschworen hat. Nur der Anrufer und der Abholer des Geldes seien vertrauenswürdige Personen.

Ein großes Problem: Gerade im ländlichen Raum gibt es immer weniger Bankfilialen. Personal wird eingespart und der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Angestellten wird seltener. Das kann es den Betrügern leichter machen. Horst Günther Klitzing ist Bundesseniorenvertreter des Deutschen Beamtenbundes. Er sieht die Banken hier in der Pflicht. "Ich bin der Meinung, dass die Geldinstitute auf die Bedürfnisse der Senioren nicht genügend eingehen", sagt Klitzing.

Kaum Chancen, dass persönlicher Kontakt zu Kunden gestärkt wird

Klitzing zufolge kann es nicht sein, dass im ländlichen Raum kein angemessenes Gesprächsangebot vorhanden ist. Von den Banken wünscht er sich, dass sie sich stärker um die Belange Älterer kümmern. Doch die Chancen, dass das Filialnetz in ländlichen Regionen ausgebaut und der persönliche Kontakt zu den Kunden wieder gestärkt wird, hält der Bundesseniorenvertreter für gering.

Was das betrifft, stimmen die Vertreter der Banken nach BR-Recherchen zu: Aus wirtschaftlichen Gründen lohne es sich oft nicht mehr, kleinere Filialen auf dem Land zu betreiben. Gerade jüngere Kunden würden immer häufiger Online-Banking nutzen und auf das Angebot vor Ort verzichten.