BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR / Herbert Ebner
Bildrechte: BR / Herbert Ebner

Elektroautos werden immer beliebter. Mittlerweile gibt es auch einen nennenswerten Markt für Gebrauchtwagen. Kann sie man guten Gewissens kaufen?

5
Per Mail sharen

    Wie gut sind gebrauchte Elektroautos?

    Elektro-Autos liegen im Trend. Nachdem die Fördermittel von der Bundesregierung erhöht wurden, entscheiden sich immer mehr Autofahrer für ein E-Auto. Doch muss es unbedingt ein Neuwagen sein? Fährt man mit einem Gebrauchten nicht sogar besser?

    5
    Per Mail sharen
    Von
    • Johannes Thürmer
    • Martina Schuster

    Hohe Förderprämien

    Mehrere Tausend Euro beträgt die staatliche Förderprämie beim Kauf eines neuen Elektro-Autos. Das lockt die Kunden zu den Autohändlern. Die Umsätze steigen erheblich. Aber auch auf den Gebrauchtwagenmarkt hat dies deutliche Auswirkungen.

    "Die Preisstruktur hängt immer vom Neuwagenmarkt ab. Es gab einen eingependelten Markt, der jetzt durcheinandergewirbelt wurde durch die Veränderungen in der Förderwelt", sagt Matthias Vogt vom ADAC. "Jede Erhöhung bei der Förderung von Neuwagen drückt auf die Preise. Und dementsprechend sind die Gebrauchten weniger wert als noch vor zwei oder drei Jahren."

    Seit die Bundesregierung die Förderung für E-Autos erhöht hat, brummt das Geschäft mit den Elektro-Flitzern. Schon 240.000 von ihnen sind auf Deutschlands Straßen unterwegs – Tendenz stark steigend. Der Kauf lohnt sich, schließlich beträgt die Förderprämie in der Regel 9.000 Euro. Und einige Hersteller und Händler legen sogar noch etwas drauf. Bis zu 11.000 Euro sind dann drin.

    Auch das Interesse an gebrauchten Elektroautos steigt. "Wir haben oft den Fall, dass die Kunden erst einen Gebrauchten nehmen und dann wenn die Skepsis fällt, sich für einen Neuwagen entscheiden", sagt Levent Aydemir vom Autohaus Müller in Freising.

    Massiver Preisverfall

    Weil sich immer mehr Kunden für elektrisch betriebene Neuwagen entscheiden, fallen die Preise für gebrauchte E-Autos kräftig. Das berichtet Ernad Hadzic, ein weiterer Mitarbeiter vom Autohaus in Freising. "Wir haben deutlich mehr Kunden im Bereich Neuwagen, aber wir haben aber massiven Wertverlust im Gebrauchtwagenbereich", sagt 150 Autos haben wir immer vorrätig. Und die sind über Nacht deutlich weniger wert geworden."

    Was die Händler ärgert, dürfte die Kunden freuen. Schließlich gibt es gebrauchte E-Autos zurzeit zum Schnäppchenpreis.

    Um die 7.000 Euro kostet zum Beispiel ein 3 Jahre alter Wagen in äußerlich gutem Zustand. Allerdings weiß man oft nicht, wie gut das Herzstück eines E-Autos, die Batterie, noch ist.

    Technische Fallstricke

    Viele interessierte Kunden fragen sich deshalb: Kann man gebrauchte E-Autos ohne Bedenken kaufen? Julian Zwick vom TÜV Süd gibt Tipps:

    "Wo ich drauf achten würde beim Elektroauto, sind solche Sachen wie die Gelenke, generell Verschleiß von Fahrwerksteilen. Die werden stärker belastet als beim konventionellen Fahrzeug. Auch die Reifen, da ist der Verschleiß höher, so ein Fahrzeug verleitet zum sportlichen Fahren. Sonst aber ist nichts anders. Julian Zwick, TÜV Süd

    Und die Batterie?

    "Da werden sie sich schwer tun diese zu bewerten. Heutige Fahrzeuge sind so gut. Und wenn Sie sich ein Fahrzeug kaufen mit Garantie vom Händler ihres Vertrauens, dann können sie sich schon sicher sein, dass die Batterie einen sehr guten Zustand hat." Julian Zwick, TÜV Süd

    Doch was ist mit dem technischen Fortschritt? Kauft man mit einem Gebrauchten nicht automatisch Technik von Vorgestern?

    "Es ist nicht so, dass - wenn man gebrauchtes Fahrzeug kauft - dass man technisch total abgehängt ist. Sicherlich, es tut sich immer etwas im Bereich der Batterietechnik und Ladetechnik, aber das ist nicht so signifikant, dass dies mich als Gebrauchtwagenkäufer davon abschrecken lässt. Es ist nicht so wie bei Mobiltelefonen, wo ich nach ein paar Jahren keine Updates mehr bekomme oder keine Ersatzteile mehr bekomme. Das haben wir bei Fahrzeugen nicht." Julian Zwick, TÜV Süd

    Bei gebrauchten E-Autos gibt es keine Wartezeiten

    Immer mehr gebrauchte Elektroautos warten auf Käufer. Schön für die Kunden, schlecht für die Händler oder privaten Verkäufer. Ein Gebrauchtwagen ist eine Möglichkeit, um schnell auf Elektroantrieb umzusteigen. Denn bei Neuwagen muss zurzeit mit langen Lieferzeiten gerechnet werden. Auf einen Volkswagen ID3 beträgt die Wartezeit laut einer BR-Umfrage unter Händlern fünf bis sechs Monate. Einen Opel Corsa E bekäme man nach fünf Monaten, ähnlich wie den Mini Cooper SE. Einen gebrauchten Stromer hingegen kann man sofort mitnehmen und schnell losfahren.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!