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Tarifkonflikt bei der Bahn: Lokführer beraten in Fulda

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Tarifkonflikt bei der Bahn festgefahren

Dass sie für ein verhandlungsfähiges Angebot streikbereit ist, hat die Lokführergewerkschaft jetzt noch einmal am Ende ihrer Beratungen in Fulda mitgeteilt. Die Bahn hält einen Streik für unnötig. Mehr Klarheit für Fahrgäste gibt es noch nicht.

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Von
  • Birgit Harprath

Um für die anstehende Ferienzeit gewappnet zu sein hat die Bahn ihr Angebot an Zügen ausgeweitet. Ein Streik der Lokführergewerkschaft GDL würde den Fahrplan zumindest an einigen Tagen durcheinanderbringen. Ob es soweit kommt ist noch nicht bekannt. Der Hauptvorstand und die Tarifkommission der GDL nannten keinen Termin nach ihrer Sitzung heute in Fulda.

Härtere Streiks in den Sommerferien nicht ausgeschlossen

GDL Chef Klaus Weselsky schließt auch harte und längere Streiks in den Sommerferien nicht aus. In früheren Konflikten hatte die Gewerkschaft Aktionen mindestens 24 Stunden vorher angekündigt. Fraglich ist, ob die Gewerkschaft gleich Druck auf die Bahn ausüben will oder dem Konzern noch eine Bedenk- Pause einräumt und die Fahrgäste erst einmal verschont. Statt die Streikwesten auszupacken, könnte die GDL erst einmal eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern durchführen: Streik Ja oder Nein. Solche Umfragen brauchen Zeit, bis sich bundesweit alle geäußert haben. Drei Wochen in etwa könnte das dauern. In dieser Zeit wird kein Lokführer und keine Zugbegleiterin die Arbeit niederlegen.

Lokführer wollen 4,8 Prozent mehr und Corona-Prämie

Doch löst das den Tarifkonflikt? Beide Seiten liegen da noch sehr weit auseinander. Die GDL sieht zwar durchaus die finanziellen Probleme der Bahn. Doch die Beschäftigten seien dafür nicht verantwortlich. Für sie fordert die Gewerkschaft unter anderem 4,8 Prozent und eine Corona-Prämie von 1300 Euro.

Bahn reagiert scharf

Der Konzern hält das für nicht finanzierbar. Die Bahn habe fundierte Angebote gemacht. Weitere Bewegung könne es nur am Verhandlungstisch geben. Der Konzern fordert die GDL heute auf, sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren. In der Öffentlichkeit werfen beide Seiten dem Gegenüber am Verhandlungstisch vor, zu täuschen und zu tricksen. Nach guten Chancen für eine Einigung klingt das alles nicht.