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Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit sollte gut vorbereitet werden.

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    Wie funktioniert der Wiedereinstieg nach der Elternzeit?

    Die Elternzeit bedeutet für manche Elternteile eine Neuausrichtung der beruflichen Karriere. Andere schließen nahtlos an den bisherigen Berufsweg an. Doch was gibt es zu beachten, um nach der Elternzeit nicht ins Karriereloch zu fallen?

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    • BR24 Wirtschaft

    Alles neu nach der Elternzeit? Die Eventmanagerin Steffi ist junge Mutter und macht sich Gedanken zu ihrem Wiedereinstieg in den Beruf: "Was genau muss ich beachten, wenn ich aus der Elternzeit zurückkomme, will ich überhaupt in meinen alten Job zurück und kann ich ihn überhaupt noch so ausüben wie vorher?" Steffi erarbeitet gemeinsam mit Jobcoach Gianna Possehl in ihrer "Jobstories"-Coaching Session einen Plan, wie ihr der Wiedereinstieg gelingen kann. Wir stellen die wichtigsten Schritte dabei vor.

    Wiedereinstieg in den Beruf: Den Überblick bekommen

    Giannas Possehls erster Tipp: Sich selbst keinen Druck machen. Sondern einen Schritt nach dem anderen. Im ersten Schritt geht es darum, Informationen zu sammeln. Dann kann man davon ausgehend weitere Entscheidungen treffen.

    Es hilft, sich eine Liste zu erstellen, auf der man festhält, mit wem man vor dem Wiedereinstieg sprechen sollte. Beispielsweise mit der Partnerin oder dem Partner, den Arbeitgebern und einer Steuerberatung. Die Initiative Perspektive Wiedereinstieg bietet ausführliche Checklisten, die helfen können. Je früher man mit der Planung anfängt, umso mehr Planungsfreiheit, aber auch Planungssicherheit hat man.

    Das Gespräch in der Partnerschaft

    Das Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner ist besonders wichtig. Gemeinsam sollte man sich einen Überblick über die finanzielle Lage verschaffen und klären, wie viel Geld jeden Monat mindestens benötigt wird, um das Leben zu finanzieren. Wie stark kann sich jeder Partner einbringen, finanziell und in der Care-Arbeit. Man sollte also gemeinsam durchkalkulieren und sich einen Plan überlegen, sodass am Ende genug Einkommen da ist und sich niemand – weder im Job noch zu Hause – völlig verausgaben muss.

    Bevor man das Gespräch mit dem Unternehmen sucht, sollte man erst für sich selbst klären, wie viele Stunden man eigentlich wieder arbeiten möchte und dies auch offen mit der Partnerin oder dem Partner besprechen. Es hilft auch, sich im Voraus möglichst genau darüber zu einigen, wer wann die Betreuung des Kindes übernimmt.

    Finanzen klären

    Es empfehlt sich, eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater zu kontaktieren und sich beraten zu lassen. Wie ist der Wiedereinstieg steuerlich am besten zu gestalten? Denn vielleicht gibt es ja durch den Wechsel der Steuerklassen noch Möglichkeiten, Geld einzusparen. Also nachfragen: "Wie sieht eine kluge Kombination von Steuerklassen aus?"

    Gespräch mit dem Unternehmen

    Daran anschließend empfiehlt Gianna Possehl das Gespräch mit dem Unternehmen zu suchen. Im Gespräch mit der Personalabteilung und dem oder der Vorgesetzten kann man klären, welche Möglichkeiten es gibt. Kann man noch in seine ehemalige Position zurück? Was hat sich in der Zwischenzeit verändert? Gianna Possehl empfiehlt: "Mit weniger Stunden einsteigen und dann sukzessiv aufstocken. Es ist besser, langsam zu starten und dann aufzustocken. Und mach das deinem Arbeitgeber gegenüber auch transparent."

    Für das Gespräch ist es hilfreich, sich vorab zu überlegen: "Was will ich und was bringe ich Wertvolles mit?" Dafür lohnt es sich, die eigenen Stärken und Prioritäten aufzuschreiben. So kann man im gemeinsamen Gespräch festlegen, wie man sich möglichst gewinnbringend für beide Seiten weiterhin einbringen kann.

    So kann man die eigenen Stärken herausfinden

    • Macht euch klar: Was bringt euch beim Arbeiten in den Flow?
    • Fragt eure Freunde und Freundinnen, die Partnerin, den Partner und die Kolleginnen und Kollegen: Was könnt ihr aus deren Sicht richtig gut?
    • Macht einen Stärkentest, wie den der Uni Zürich.
    • Nutzt diese Erkenntnisse als Leitplanken. Einige davon fühlen sich vielleicht spontan richtig an, andere eher nicht. Nur weil euch Kolleginnen und Kollegen sagen, dass ihr super im Vernetzen seid, heißt das natürlich nicht, dass euch das auch Freude bereitet.
    • Über die Zeit werden sich eure Stärken und Priorisierungen verschieben, weil ihr euch weiterentwickelt. Es lohnt sich also, diese Reflexion immer mal wieder zu wiederholen.

    Steffi hat sich vorgenommen alle diese Punkte nach und nach abzuarbeiten. Ihr Fazit nach dem Coaching ist: "Es hilft oft einfach, mit jemandem zu reden, der zuhört und wertvolle Tipps hat."

    Jeder hat Anspruch auf Elternzeit

    In Deutschland hat übrigens jeder einen Anspruch auf Elternzeit, unabhängig davon, ob der andere Elternteil ebenfalls Elternzeit beansprucht. Das Familienportal des Bundesministeriums für Familie hat eine ausführliche Übersicht dazu, wie die rechtlichen Bedingungen sind.

    Das komplette Gespräch zwischen Jobcoach Gianna Possehl und Steffi rund um das Thema Wiedereinstieg nach der Elternzeit gibt es aktuell im Podcast Jobstories zu hören.

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