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Wie es ein Würzburger Start-Up an die Börse geschafft hat | BR24

© va-Q-tec AG

Vorstandsvorsitzender Joachim Kuhn vor den Thermobehältern

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    Wie es ein Würzburger Start-Up an die Börse geschafft hat

    Man muss einfach nur ein Produkt entwickeln, das die Welt braucht – nicht mehr und nicht weniger. So beschreibt va-Q-tec-Vorstandsvorsitzender Joachim Kuhn das Erfolgsrezept seines Unternehmens, das es vom Start-Up an die Börse geschafft hat.

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    Das Würzburger Unternehmen va-Q-tec gilt als ein Paradebeispiel in der Region dafür, wie erfolgreich gründen aussehen und sich entwickeln kann. Angefangen hat alles an der Uni Würzburg und dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE), an denen Joachim Kuhn mit drei Kommilitonen zu forschen begonnen hat. Platzsparende Dämmstoffe wollten sie entwickeln, 2001 ging dann das Start-up mit dem Namen va-Q-tec an den Start.

    Glatt läuft es nie

    Man war sich sicher: Wir haben ein Produkt, das die Welt braucht – wir sind reif für den Markt, jeder wird uns die Paneelen abkaufen. Aber erst nach drei Jahren hatte der promovierte Physiker das erste Mal das Gefühl, dass es nach vorne geht, sagt er. "Davon, dass es 'glatt' lief, konnte aber nicht die Rede sein. Aber einfach, weil man als Unternehmer diesen Ausdruck nicht kennt." Denn etwa in dem Zeitraum haben Kuhn und seine Kollegen ihren sogenannten "Sweet Spot" gefunden: "Aus den Paneelen haben wir Thermoboxen und -behälter gebaut – das war dann wirklich ein Alleinstellungsmerkmal."

    Transportbehälter weltweit im Umlauf

    Mittlerweile macht das Unternehmen einen Großteil ihrer Geschäfte mit dem Verkauf oder der Vermietung von Transportbehältern. Diese halten die Innentemperatur über Tage hinweg ohne Energiezufuhr von außen. Medikamente, Klebstoffe oder Kunstgegenstände werden damit weltweit transportiert.

    Börsengang klappt nur mit guter Story

    2016 folgte dann der Gang an die Börse – und damit der Umbau interner Strukturen. Denn ein börsennotiertes Unternehmen muss seine Transparenz erhöhen, Prozesse voranbringen und erhält mehr öffentliche Aufmerksamkeit – wenn es gut läuft, aber auch, wenn es nicht gut läuft. "Ich habe mich der Sache jederzeit gewachsen gefühlt", sagt Kuhn. Das erzielte Kapital steckte va-Q-tec wie geplant in die Expansion. Im Prinzip, sagt Kuhn, braucht es für den Börsengang dieselben Voraussetzungen wie fürs Gründen, aber eine Stufe höher: "Man muss zeigen, dass man wachsen kann und dass man das noch viele Jahre kann. Dass man weltweit agiert. Und man braucht eine gute Story um das Produkt herum."

    Boom in Corona-Pandemie

    Und während viele Firmen unter der Corona-Pandemie leiden, erlebt va-Q-tec einen regelrechten Boom. Mit ihren Thermobehältern werden weltweit mehr als die Hälfte aller Covid-19-Testkits transportiert. Ein Produkt, das die Welt braucht – heuer scheint das Erfolgsrezept von Joachim Kuhn mehr denn je aktuell. Dennoch: Als Profiteur der Krise sieht er sich und sein Unternehmen nicht. "Ich spreche eher von helfen. Wir helfen in der Krise. Denn auch bei uns gibt es Bereiche, die durch die Coronakrise Einbußen verzeichnen", so Kuhn. Klinische Studien etwa würden aktuell nur sehr wenige verschickt. Denn letztlich sei man auch nur ein Glied in der Kette derer, die die Pandemie wirtschaftlich stark getroffen habe.

    Mit vier Mitarbeitern hat va-Q-tec begonnen. Heute sind es 500. Produziert wird in Würzburg und in Thüringen. Sieben Tochtergesellschaften hat die Firma weltweit. In Japan, Korea, USA, Uruguay oder der Schweiz.

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