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Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Peter Altmaier (CDU), am 14.06.2021 zur bayerischen Wasserstoffstrategie.

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    Wie Bayern Wasserstoff zum Energieträger der Zukunft machen will

    Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft, weil er klimaneutral ist. Bis sich die Technologie bei Autos, Flugzeugen oder Industrie durchsetzt, ist es aber noch ein weiter Weg. Viel Forschung ist nötig - dafür will Bayern nun investieren.

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    Von
    • Jannik Pentz

    Der Energieträger der Zukunft heißt Wasserstoff - da ist sich die Bayerische Staatsregierung sicher. Wasserstoff selbst hat nämlich keine Schadstoffe - und enthält etwa dreimal so viel Energie wie Benzin. Beste Voraussetzungen also für eine klimaneutrale Zukunft, sagt Ministerpräsident Markus Söder: "Grüner Wasserstoff ist für Bayern eine echte Chance, eine Dekarbonisierung der bayerischen Wirtschaft voranzubringen."

    Eines Tages könnten wir mit Wasserstoff Wohnungen heizen, Autos und Flugzeuge betanken, und selbst die energiehungrige Schwerindustrie versorgen. Und das alles komplett CO2-frei, sagt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: "Wasserstoff ist Klimaschutz und ist gleichzeitig Arbeitsplatzschutz für Bayern. Wir schlagen also hier zwei Fliegen mit einer Klappe."

    Wasserstoff-Technologie: teuer aber fortschrittlich

    Bis sich die Wasserstoff-Technologie durchsetzen wird, ist es aber noch ein weiter Weg. Noch gibt es viele Probleme: Der Transport von Wasserstoff ist teuer und kompliziert. Und die Herstellung, die sogenannte Elektrolyse, verbraucht viel zu viel Energie, sagt Kai Schulz von Siemens Energy in Erlangen.

    "Wenn wir zurückblicken, was wir in den letzten fünf Jahren erreicht haben, was uns dort gelungen ist, den Wirkungsgrad unserer Elektrolyse um zehn Prozentpunkte zu erhöhen, das ist ein gewaltiger Sprung. Dann sind wir auch zuversichtlich, dass wir hier nicht aufhören, sondern dass es noch weitergeht. Auch wenn die Luft nach oben dünner wird." Kai Schulz, Siemens Energy Erlangen

    Damit der Wasserstoff wirklich grün ist, muss er mit erneuerbaren Energien hergestellt werden. Deshalb will Deutschland mit Staaten zusammenarbeiten, in denen oft die Sonne scheint oder der Wind weht, also etwa mit Staaten in Australien und Westafrika, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: "Das heißt, wir haben alle Chancen, dass dieses Projekt eines der ganz großen Industrieprojekte wird. Und Bayern wird dazu beitragen, dass es gelingt."

    Kritik kommt von den Grünen

    Die Grünen im Landtag sehen das anders. In Sachen Wasserstoff tue Bayern viel zu wenig - von insgesamt 62 Wasserstoff-Projekten, die der Bund fördert, befinden sich nur 6 im Freistaat. Außerdem müsse der Wasserstoff komplett in Bayern hergestellt werden, sagt der Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann: "Von einer Energiewende, wie wir Grüne uns das vorstellen, soll das ganze Land profitieren. Das heißt dann auch: Den Wasserstoff im eigenen Land produzieren. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort."

    Wasserstoff: Förderung für bis 2040 geplant

    Damit sich die Wasserstoff-Technologie auch wirklich durchsetzt und die bekannten Probleme gelöst werden, investieren der Bund und der Freistaat: Gut eine Milliarde Euro Fördermittel stehen bereit, und aus der Industrie soll noch einmal die gleiche Summe kommen. Damit soll weiter geforscht werden - zum Beispiel bei großen Unternehmen wie BMW, Siemens oder Bosch. Die Fördergelder in Bayern sind auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Bis etwas zum Jahr 2040, sagt Ministerpräsident Söder. Denn dann würden ja auch die Klimaziele greifen.

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