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Werkzeug, Handys, E-Bikes: Brandgefahr bei Akkus | BR24

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Werkzeug, Handys, E-Bikes: Brandgefahr bei Akkus

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    Werkzeug, Handys, E-Bikes: Brandgefahr bei Akkus

    In immer mehr technischen Geräten sind Akkus verbaut. Falsche Handhabung oder technische Fehler, können fatale Folgen haben wie Kurzschlüsse oder sogar Brände. Auch wenn das nur selten vorkommt, raten Experten, die Risiken nicht zu unterschätzen.

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    Manche Akkus speichern sehr viel Energie, wie zum Beispiel Akkus für E-Bikes. Andere sind klein und in Handys oder Laptops verbaut. Egal ob groß oder klein, wird ein Akku ungewöhnlich heiß, ist Vorsicht geboten. Es könnte sein, dass es im Inneren des Akkus gerade zu einer Kettenreaktion kommt. Mit plötzlicher, extremer Energieentladung, die sogar ein Feuer auslösen kann.

    "Wenn ich feststelle, dass ein beschädigter Akku vor mir liegt, dann Hände weg und entsorgen. Wenn ich irgendwie das Gefühl habe, dass etwas nicht in Ordnung ist: nicht weiter betreiben. Das Risiko ist einfach zu groß", empfiehlt Michael Morys von der Stiftung Warentest.

    Temperaturen über 60 Grad vermeiden

    Beschädigungen von Akkus sind manchmal schon von außen zu erkennen, etwa wenn ein Akku heruntergefallen ist oder sich in seiner äußeren Form verändert hat. Auch extreme Temperaturen können Akkus beschädigen. "Als genereller Richtwert könnte man schon sagen: Temperaturen über 60 Grad sind zu vermeiden. Und auch Frost ist zu vermeiden", so Morys.

    Manche Akkus sind allerdings schon defekt, bevor sie überhaupt in Umlauf kommen. Auch hier sollten Verbraucher aufmerksam sein. Es könne immer mal vorkommen, dass eine Charge fehlerhaft ist. Laut Morys sei dann der Anbieter in der Verantwortung, die fehlerhaften Geräte zurückzurufen: "Wenn so ein Rückruf kommt, ist auch jedem Kunden geraten, sich entsprechend des Rückrufes sich auch zu verhalten und das fehlerhafte Gerät schnellstmöglich umzutauschen."

    Verbraucherschützer: Bei Akkus nicht am falschen Ende sparen

    Akkus mit hoher Leistung sind oft teuer. Besonders, wenn sie von Markenherstellern kommen. Von billigen Nachbauten raten Experten ab. Auch Oliver Butler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt, bei Akkus nicht am falschen Ende zu sparen.

    "Gerade dieses Thema ist bei uns in der Beratung schon aufgekommen, dass tatsächlich Kunden, die im Internet Akkus bestellt hatten, dann die Problematik hatten, dass Akkus sich selbst entzündet hatten oder sogar explodiert sind. Und die Ursache ist wahrscheinlich da zu sehen, dass es sich hier nicht um Originalprodukte gehandelt hat, sondern um nachgemachte Akkus, die nicht den original Qualitätstandards entsprochen haben.” Oliver Butler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

    Hausrat- und Gebäudeversicherungen regulieren solche Schäden in der Regel. Grundsätzlich ist es aber auch ratsam, beim Verkäufer oder Hersteller mögliche Ansprüche im Rahmen der Produkthaftung geltend zu machen. Prinzipiell müsse der Händler haften, der das Produkt vertreibt, so Butler. "Wobei wir dann die Durchsetzungsschwierigkeiten haben, wenn ein asiatischer Händler hier juristisch verfolgt werden soll, das wird völlig aussichtslos sein.”

    Bei richtiger Handhabung kaum Risiken

    Werden nur die empfohlenen oder vorgeschriebenen Akkus und Ladegeräte verwendet, sind die Risiken, dass ein Akku überhitzt oder ein Kurzschluss entsteht, gering. Das ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie der Stiftung Warentest.

    Untersucht wurden Werkzeugakkus unterschiedlichster Markenhersteller. Die Akkus wurden mehrere hundert Male auf- und wieder entladen und damit stark belastet. Dennoch kam es zu keinen gefährlichen Situationen, so Michael Mory von der Stiftung Warentest: "Uns ist auf jeden Fall nicht aufgefallen, dass da einige Anbieter massiv gegen Sicherheitsstandards verstoßen. In der Regel ist es wirklich so, wenn man den Akku benutzt, wie er gedacht ist und entsprechend der Anbietervorgaben, bin ich da auf der sicheren Seite.”

    Akkubrände häufen sich dennoch. Dies liege aber vor allem an dem allgemein starken Zuwachs von Akkugeräten sowie Akkus, die nicht dem original Qualitätsstandard entsprechen. Und weniger an Sicherheitsmängeln.

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