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Wenn das Smartphone zur Schuldenfalle wird | BR24

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Schuldenfalle Smartphone: Fast zwei Drittel der unter 25-Jährigen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, hatten Schulden bei Telekom-Anbietern. Grund sind nicht die hohen Tarife, sondern In-App-Käufe vor allem in Spielen.

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Wenn das Smartphone zur Schuldenfalle wird

Fast zwei Drittel der unter 25-Jährigen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, hatten Schulden bei Telekom-Anbietern. Grund sind nicht die hohen Tarife, sondern In-App-Käufe vor allem in Spielen.

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Neben der unwirtschaftlichen Haushaltsführung, bei der die Einkäufe die Einnahmen übersteigen, geht es bei jüngeren Schuldnern unter 25 Jahren am häufigsten um unkontrollierte Ausgaben für das Smartphone. Das geht aus einer Erhebung des Statistische Bundesamts hervor, das Schuldnerberatungsstellen zu den Geldproblemen in verschiedenen Altersgruppen befragt hatte.

Gefahr: Schulden wegen Smartphone und Onlineshopping

Zwei Drittel der Jüngeren, die im vergangenen Jahr bei einer Schuldnerberatung waren, hatten offene Rechnungen bei Telekom-Anbietern. Im Schnitt ging es dabei um fast 1.600 Euro. Bei einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von weniger als 800 Euro im Monat hatten die jüngeren Schuldner insgesamt fast 9.000 Euro zu zahlen. Für sie war das fast ein ganzes Jahresgehalt.

Ein Drittel in dieser Altersgruppe hatte auch Probleme mit dem Bezahlen von Online-Käufen im Internet- und Versandhandel. Bei einem Viertel waren bereits Inkasso-Firmen eingeschaltet, was die Kosten weiter nach oben treibt.

Schuldenfalle: Gefahr lauert vor allem bei In-App-Käufen in Spielen

Jugendlichen wird der richtige Umgang mit Geld oft nicht vermittelt, sagt Daniel Wagner, von der Diakonie Bayern, die eine Schuldnerberatung anbietet. Gefahren lauerten gerade bei der Smartphonenutzung. Nicht die hohen Mobilfunktarife seien dabei das Problem, sondern sogenannte In-App-Käufe. Um zum Beispiel in Spielen schneller voranzukommen, müssten User Diamanten mit echtem Geld kaufen, so Wagner. Da das Geld aber nicht sofort vom Konto abgebucht werde, sondern erst zum Monatsende, würden viele junge Menschen mehr kaufen, als sie sich finanziell leisten können.

Die Diakonie bietet daher "Handyführerscheine" als Fortbildungen an Schulen an. In den Kursen lernen die Schüler den richtigen Umgang mit dem Smartphone - aus finanzieller Sicht.

Finanzlage: Mit Haushaltsbuch-App die Ausgaben im Blick

Leider würden die meisten Menschen erst dann zur Schuldnerberatung kommen, wenn die Schuldenlast schon erdrückend ist, so Wagner. Er rät daher allen Menschen und speziell jungen Erwachsenen eine Haushaltsbuch-App auf dem Handy zu installieren. Trägt man dort immer alle Ausgaben ein, könne man überprüfen "wo geht mein Geld hin, wann gebe ich Geld aus und wofür geben ich am meisten aus", sagt Wagner. Auf diese Weise kann die eine oder andere böse Überraschung vermieden werden.