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Trotz der Coronapandemie wurden in Bayern 2020 fast 25 Prozent weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahr. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes mit Sitz in Fürth hervor.

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Weniger Insolvenzen in Bayern trotz Corona

Trotz der Coronapandemie wurden in Bayern 2020 fast 25 Prozent weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahr. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes mit Sitz in Fürth hervor. Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten.

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Von
  • Julia Demel

In Bayern sind im Jahr 2020 fast 25 Prozent weniger Insolvenzen angemeldet worden als im Vorjahr und das trotz Corona-Pandemie. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes mit Sitz in Fürth hervor. Danach wurden im Vorjahr bei den bayerischen Gerichten insgesamt 8.331 Insolvenzen beantragt. Davon waren 2.172 Unternehmensinsolvenzen, 17,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Insolvenzen sind Spätindikatoren

Als mögliche Begründungen nimmt das Landesamt zwei Faktoren an: Zum einen seien Insolvenzen ein Spätindikator der wirtschaftlichen Lage, sie zeigten also immer erst mit Verzögerung eine schwierige Situation auf. Zum anderen war die Pflicht eine Insolvenz anzuzeigen wegen der Corona-Pandemie von Ende März bis Ende September vorübergehend ausgesetzt worden, um Unternehmen die Chance zu geben, zunächst Finanzhilfen oder andere staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Pflicht zur Insolvenzmeldung war ausgesetzt

Tatsächlich zeigen sich im Jahresverlauf deutliche Unterschiede: Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im März mit 249 einen Jahreshöchststand erreichte, fiel sie im September auf einen historischen Tiefstand von nur 121 beantragten Verfahren. Danach stieg sie wieder deutlich an, auf 168 Unternehmensinsolvenzen im Dezember 2020.

Zahl der Insolvenzen wird in Kürze wohl wieder steigen

Das Statistische Landesamt sieht hier eine Trendumkehr und nimmt an, dass die Zahl der Insolvenzen zu Jahresbeginn weiter steigen wird. Auch die Zahl der übrigen Schuldner lag insgesamt deutlich unter den Vorjahreswerten, stieg aber zum Jahresende hin an.

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