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Die Chancen für Auszubildende in der Metall- und Elektroindustrie sind weiterhin gut. Die Ausbildungszahlen gingen aber deutlich zurück.

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    Weniger Ausbildungsplätze in der Metall- und Elektroindustrie

    2020 wurden in der Metall- und Elektroindustrie deutlich weniger Ausbildungsverträge geschlossen, so das Ergebnis einer neuen Umfrage. Die Arbeitgeber zeigen sich dennoch "vorsichtig optimistisch". Gewerkschaften kritisieren die Ausbildungssituation.

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    Von
    • Birgit Harprath
    • Sebastian Hanisch

    Im Jahr 2020 wurden rund 13.800 Ausbildungsverträge in der Metall- und Elektroindustrie unterschrieben. Das ist ein Minus von über 13 Prozent. In einer Umfrage nennt gut jede vierte Firma die schwierige wirtschaftliche Lage als Grund, weniger auszubilden.

    Auch für 2021 ein Rückgang der Ausbildungsplätze erwartet

    Trotz des alarmierenden Rückgangs ist Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Bayern, überzeugt, dass die meisten Betriebe trotz Rezession bereit sind, Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. Er spricht von einer "vorsichtig optimistischen" Stimmung bei den Betrieben. Trotzdem wird für 2021 ein weiterer Rückgang der Zahl der Ausbildungsverträge erwartet - mit einem Minus von 2,4 Prozent allerdings nur ein leichter.

    Geeignete Bewerber fehlen

    Die Ausbildungszahlen könnten laut Arbeitgeberseite höher sein, wenn die Unternehmen geeignete Bewerber finden würden. 45 Prozent der Firmen sehen genau hier ein Problem. Und mehr als jedes dritte befragte Unternehmen gab an, dass sich schlicht zu wenig Bewerber auf offene Ausbildungsplätze gemeldet hätten.

    Die bayerischen Metallarbeitgeber sehen das Problem und bieten hier Projekte an. Bertram Brossardt rät außerdem, sich noch mehr um Flüchtlinge und schwer Vermittelbare zu kümmern. Das ist besonders deswegen wichtig, weil sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zuspitzen dürfte.

    "Für die nächsten Jahre ist damit zu rechnen, dass die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern noch schwieriger wird. Zum einen bleibt die Zahl maximal konstant. Zum anderen werden konkurrierende Angebote wie beispielsweise die schulische Ausbildung oder die Beamtenausbildung im mittleren Dienst verstärkt nachgefragt." Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Bayern bayme, vbm

    Gute Chancen für Auszubildende in Bayern

    Die Chancen für Auszubildende sind laut Arbeitgeberverband weiterhin sehr gut. Aktuell stünden jedem Bewerber circa 1,7 offene Stellen zur Verfügung. Außerdem hätten 87 Prozent der befragten Metall- und Elektro-Unternehmen ihre Azubis 2020 befristet oder unbefristet übernommen. Die tarifliche Ausbildungsvergütung sei mit durchschnittlich 1.111 Euro im Moment sehr attraktiv, so der Arbeitgeberverband.

    Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeber

    Bedeutend schlechter bewerten die Gewerkschaften die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Kritik kommt besonders von Seiten der IG Metall. Um kurzfristig Kosten zu sparen werde weniger ausgebildet und Lehrlinge nicht übernommen. Die Gewerkschaftsjugend hat das zum Thema in der laufenden Tarifrunde gemacht.

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