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Welche Versicherungen brauchen Azubis wirklich? | BR24

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Experten raten jungen Menschen beim Berufsstart zu wenigen Versicherungen. Diese aber sind unverzichtbar, so die Fachleute.

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    Welche Versicherungen brauchen Azubis wirklich?

    Mit Ausbildungsbeginn sind viele Jugendliche und junge Erwachsene nicht mehr bei ihren Eltern krankenversichert. Neben dieser Pflichtversicherung gibt es viele freiwillige Versicherungen. Verbraucherschützer halten aber nur wenige für notwendig.

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    Mit einer Ausbildung beginnt für viele junge Menschen das Erwerbsleben. Damit können sie dann auch nicht mehr bei ihren Eltern in der Familienversicherung mitversichert sein. Denn mit dem Wechsel in den Angestelltenstatus und dem Eigenerwerb müssen sich Auszubildende selbst versichern. Bei Krankenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Haftpflichtversicherungen können Auszubildende auf einiges achten.

    Krankenkasse: Vergleichen lohnt sich

    Die Frage welche Krankenkasse die richtige sei und man sich versichern sollte, ist für viele nicht leicht, weiß Irmgard Waldherr von der Verbraucherzentrale Bayern. Viele entscheiden sich für die Krankenkasse, in der sie zuvor bei den Eltern mitversichert waren. Andere überlassen alles ihrem Arbeitgeber, der sie dann einfach bei irgendeiner gesetzlichen Krankenkasse anmeldet. Ein Vergleich zwischen den Kassen kann sich aber lohnen.

    "Der Unterschied liegt darin, dass man sagt, die Krankenkassen haben zu diesem Grundbeitrag: 14,6% vom Einkommen, diesen kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Der schwankt zwischen 0,5% und 2% zusätzlich. Und da ist die eine Kasse günstiger, die andere ist teurer." Irmgard Waldherr, Verbraucherzentrale Bayern

    Nicht nur in der Höhe des Zusatzbeitrags gibt es Unterschiede. Auch ein Blick auf die sogenannten Zusatzleistungen kann sich lohnen. Denn dort kann es zu Unterschieden bei Leistungen wie Reiseimpfungen, Zuschüsse zu professionellen Zahnreinigungen oder sogar einem Geldbonus für gesundheitsbewusstes Verhalten kommen, erklärt Simone Weidner von der Zeitschrift Finanztest.

    Haftpflichtversicherung: Sollte jeder haben

    Während die Krankenversicherung verpflichtend ist, gibt es viele andere Versicherungen, die Auszubildende freiwillig abschließen können. Doch die meisten Versicherungen brauchen junge Berufsanfänger mit geringem Einkommen nicht unbedingt. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Die private Haftpflichtversicherung sollte jeder haben, erklärt Waldherr von der Verbraucherzentrale.

    Zwischen 50 und 100 Euro liegt gewöhnlich der Jahresbeitrag privater Haftpflichtversicherungen. Sie decken auch hohe Schäden bei Unfällen im Straßenverkehr ab. Etwa zwischen Fußgängern und Radfahrern. Höherpreisige Versicherungspolicen sind zudem nicht immer besser als günstigere Tarife.

    "Im Leistungsbereich haben wir festgestellt, dass die 50-Euro-Tarife genauso viel leisten wie teurere Tarife. Also hier ist es eher ein Preisvergleich. Die Bedingungen in unserem aktuellen Test die sind weitgehend identisch." Simone Weidner, Finanztest

    Auch im betrieblichen Alltag können Haftpflichtversicherungen von Vorteil sein. Darauf weist die Handwerkskammer für München und Oberbayern hin. Denn in bestimmten Fällen und ganz engen Voraussetzungen könnten Lehrlinge in die Pflicht genommen werden, wenn sie "vorsätzlich oder grob fahrlässig etwas kaputt macht", erklärt Ausbildungsberater Hubert Bachmeier.

    Berufsunfähigkeit: Je früher, desto günstiger

    Neben einer Haftpflichtversicherung empfehlen viele Experten Berufsanfängern auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Doch warum sollten junge Menschen bereits für eine mögliche Berufsunfähigkeit vorsorgen?

    "Da kriege ich einen Vertrag, den ich eventuell später, wenn ich die ein oder andere Erkrankung habe, hatte, nicht mehr bekomme." Irmgard Waldherr, Verbraucherzentrale Bayern

    Denn wer älter ist und erst dann in eine Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten möchte, bekommt oft schlechtere Konditionen oder von der Versicherungswirtschaft gar keinen Vertrag mehr angeboten. Wer bereits in jungen Jahren eine solche Versicherung abschließt, muss mit Beiträgen von etwa 50 bis 100 Euro monatlich für Berufseinsteiger rechnen. Mit steigendem Einkommen steigen dann allerdings auch die Beiträge an.

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