Ein Schild mit der Aufschrift ·10,5 % - Warnstreik!· ist während einer Streikversammlung der Münchner Straßenreiniger im Rahmen eines zweitägigen Warnstreiks auf dem Marienplatz zu sehen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Die Gewerkschaft Verdi rückt von der Forderung nach 10,5 Prozent mehr Lohn nicht ab. In der nächsten Woche kommt es daher wieder zu Warnstreiks.

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Nächste Woche weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst

In der zweiten Tarifrunde für rund 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben Bund und Kommunen ein Angebot präsentiert. Das reicht den Gewerkschaften jedoch nicht. Jetzt sollen die Warnstreiks ausgeweitet werden.

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Eine Schippe wollen sie ab nächster Woche drauflegen - erklärten die Gewerkschaften gleich, nachdem sie über das Angebot der Arbeitgeber diskutiert hatten: Fünf Prozent in zwei Schritten und Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 2.500 Euro - allerdings bei einer Laufzeit von 27 Monaten. Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent, mindestens 500 Euro für ein Jahr. Sie erhöhen den Druck und kündigen weitere Warnstreiks an:

"Es wird jede Kommune betroffen sein vom Norden Bayerns bis in den Süden." Sinan Öztürk, Verdi Bayern

Verdi: Neue Warnstreiks ab Dienstag

Ab Dienstag nächster Woche soll es losgehen - verstärkt dann am Ende der Woche. Die Folgen: In noch mehr Städten oder Gemeinden im Freistaat als in der ersten Aktionswelle werden Büros in den Verwaltungen einen Tag lang verschlossen sein. Die Müllabfuhr fährt nicht aus, die Straßen werden nicht gereinigt und verstärkt sollen auch Kitas und Kliniken mit einbezogen werden. Die Versorgung der Patienten sei aber gesichert. Der Flughafen München soll erst einmal nicht einbezogen werden.

Die Streikplanung läuft bis Ende März. Dann startet die dritte Tarifrunde. In Bayern wird also nicht gleich nächste Woche der gesamte öffentliche Dienst stillstehen. Aber in der ein oder anderen Kommune der öffentliche Nahverkehr. "Wissen muss man, dass wir einen eigenständigen Tarifvertrag in Bayern haben, der separat zum öffentlichen Dienst verhandelt wird", sagt Sinan Öztürk von Verdi Bayern. "Aber auch da hatten wir nach der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot der Arbeitgeber. Die Kollegen sind erbost darüber und werden zur gegebenen Zeit auch Signale setzen."

Arbeitgeber verweisen auf angespannte Finanzlage

Verdi kündigt für Freitag einen gemeinsamen Aktionstag mit "Fridays for Future". Dabei soll auch auf die Rolle des ÖPNV im Kampf gegen den Klimawandel eingegangen werden. An diesem Tag soll es zu Warnstreiks kommen. Die S-Bahnen wären davon nicht betroffen, sie haben einen anderen Tarifvertrag.

Erbost zeigen sich auch die Arbeitgeber. Warnstreiks würden immer die Bürgerinnen und Bürger treffen. Mit dem Angebot gehe man angesichts der angespannten Finanzlage an die Grenze des Machbaren. Und die Kommunen denken schon laut über höhere Gebühren nach.

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