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Weitere Festnahme im Wirecard-Skandal | BR24

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Im Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard hat es eine weitere Festnahme gegeben. Wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte, ist der Chef eines Wirecard-Tochterunternehmens aus Dubai in München verhaftet worden.

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Weitere Festnahme im Wirecard-Skandal

Der Chef einer Wirecard-Tochter aus Dubai sei in München verhaftet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihm wird unter anderem besonders schwerer gemeinschaftlicher Betrug vorgeworfen.

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Nach Bekanntwerden des Bilanzskandals beim Zahlungsdienstleister Wirecard hat es nach Angaben der Ermittlungsbehörden eine weitere Festnahme gegeben. Am Montagmorgen sei der Geschäftsführer der in Dubai ansässigen Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East FZ-LLC als Beschuldigter vernommen und aufgrund eines bereits zuvor beantragten Haftbefehls festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft München mit.

Verdacht des gemeinschaftlichen Betrugs

Der Haftrichter ordnete demnach am Montagnachmittag wegen möglicher Flucht- und Verdunkelungsgefahr die Haftfortdauer an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Beschuldigte aus Dubai angereist und stellte sich dem Verfahren. Der Haftbefehl stützt sich demnach unter anderem auf "den dringenden Tatverdacht des gemeinschaftlichen Betrugs und versuchten gemeinschaftlichen Betrugs jeweils im besonders schweren Fall sowie den Verdacht der Beihilfe zu anderen Straftaten".

Gelebt haben soll der Mann in Dubai zuletzt in einem Appartement im höchsten Gebäude der Welt: im Burj Khalifa. Die Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East stand bis vor einigen Wochen noch für einen Großteil der behaupteten Wirecard-Umsätze und Gewinne. Diese waren aber, nach derzeitigem Stand, manipuliert und geschönt. Mehr noch: von den 1,9 Milliarden Euro, die sich hätten auf Treuhandkonten befinden sollen, sollen 1,1 Milliarden aus Dubai auf die Philippinen gekommen sein.

In Dubai hatte auch die frühere Partnerfirma von Wirecard ihren Sitz: Al Alam. Vor einigen Wochen kamen Gerüchte auf, dass der Statthalter von Wirecard in Dubai möglicherweise auch die Strippen bei Al Alam gezogen haben könnte. Rätselhaft bleibt auch das Ende von Al Alam: Im Mai wurde bekannt, dass die Firma liquidiert, also aufgelöst worden war. Die Geschäfte würden unter einem anderen Namen, an einem anderen Standort weiterbetrieben, hieß es damals.

Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek weiter auf der Flucht

Seit Ende Juni hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen beim insolventen Zahlungsdienstleister ausgeweitet. Der bereits am 22. Juni verhaftete ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun wurde bereits gegen Kaution wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Braun wurde verpflichtet, eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro zu hinterlegen und sich wöchentlich bei der Polizei zu melden. Auf der Flucht befindet sich auch Ex-Vorstand und Braun-Vertrauter Jan Marsalek.

Ermittelt werde nun in alle Richtungen und gegen mehrere Personen des Wirecard Managements, teilte die Staatsanwaltschaft auf BR-Anfrage mit.

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