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"Weißbierindex": Bayerische Wirtschaft weiter im Stimmungstief | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk

Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in der bayerischen Wirtschaft. Die aktuelle Lage werde von vielen Firmen noch schlechter eingeschätzt als im Frühjahr, teilte der Verband vbw heute mit.

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"Weißbierindex": Bayerische Wirtschaft weiter im Stimmungstief

Die Coronakrise drückt weiter auf die Stimmung: Die aktuelle Lage werde von vielen Firmen weiterhin als schwierig eingeschätzt, teilte die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft heute mit. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem kommenden Jahr.

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Von
  • Birgit Harprath
  • Leonie Thim

Andreas Karl sorgt dafür, dass andere ihre Arbeit machen können: Seine Firma, die Andreas Karl GmbH in Fahrenzhausen baut unter anderem Montagearbeitsplätze für die Industrie und Arbeitssysteme für Forschungslabore.

In den vergangenen Monaten hat sich die Auftragslage für Andreas Karl verbessert. Die Folgen der Corona-Pandemie spürt der mittelständische Betrieb dennoch massiv. So sei der Umsatz im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. "Wir haben das gemeinsam mit Beschäftigten und Banken gemeistert. Wir sind halt seit einigen Monaten in Kurzarbeit, bauen die Stundenkonten ab und versuchen Kosten, die nicht unbedingt notwendig sind, zu vermeiden," so Karl.

vbw: Lage bleibt weiter angespannt

Ähnlich geht es vielen Unternehmen in Bayern: Die Lage bleibt weiter angespannt, das ergibt auch der "Weißbierindex" der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Mit ihm zeigt der Verband zweimal im Jahr auf, wie es laut Umfragen um die Stimmung der Wirtschaft in Bayern bestellt ist.

Zurzeit ist das symbolische Weißbierglas nur zu einem Drittel gefüllt. Zwar ist der Index von 51 Punkten im Frühjar auf 64 Punkten leicht gestiegen. Allerdings bewerten die befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage immer noch als schwierig. Die Bereitschaft, Beschäftigte zu halten, fällt laut vbw sogar noch schlechter aus.

BIP wird dieses Jahr deutlich zurückgehen

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft erwartet, dass heuer das Bruttoinlandsprodukt im Freistaat um sechseinhalb Prozent zurückgeht. Sollten die Infektionszahlen nicht bald sinken, könnten es sogar sieben Prozent sein.

Der Teil- Lock-Down sei richtig – betont Präsident Wolfram Hatz – auch wenn er einige hart treffe: "Weihnachten ist nicht nur der Heilige Abend. Bei Weihnachten denke ich an Gastronomie, an Freizeit, Skifahren, Hotellerie, Einzelhandel etc. Aber lieber jetzt als vor Weihnachten eine Katastrophe erleben."

Hoffnungen ruhen auf dem nächsten Jahr

Dafür blicken mehr Unternehmen inzwischen zuversichtlicher auf die kommenden Monate und vor allem auf das kommende Jahr. Wobei die einzelnen Branchen laut vbw ganz unterschiedlich abschneiden: Während der Bau und der Lebensmittelhandel bisher gut durch die Krise gekommen seien, setze die Pandemie vor allem der Automobilindustrie, dem Gastgewerbe und auch der Elektro- und Elektronikindustrie zu.

"Ich denke schon, dass das nächste Jahr besser werden wird wie das heurige. Und hoffe mich dabei nicht zu täuschen, inwiefern da ein Impfstoff eine Rolle spielt oder das Klima, ich kann es ihnen nicht sagen", so Hatz.

Die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Was die Wirtschaft zurzeit nicht gebrauchen könne, seien zusätzliche Regulierungen und Lasten per Gesetz wie höhere Steuern.

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