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12.12.2020, Bayern, München: Wenige Einkäufer sind in der Fußgängerzone an diesem Adventssamstag unterwegs.

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    Weihnachtsgeschäft: Zwischenbilanz im bayerischen Einzelhandel

    Der Einzelhandel hat schon viel gelitten in der Coronakrise. Momentan laufen die umsatzstärksten Wochen im Jahr, auf die kaum einer verzichten kann. Für die Branche wäre ein kompletter Lockdown eine Katastrophe.

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    Von
    • Tom Fleckenstein

    Es gibt wieder Einlaßkontrollen beim Sporthaus Schuster in der Münchner Innenstadt. Denn im Moment dürfen nur maximal 340 Kunden zur gleichen Zeit rein. Das schlägt sich in den Zahlen nieder. Der Umsatz ist eingebrochen - bei den Alpinski um 80 Prozent. Und jetzt droht auch noch der komplette Lockdown. Für den Chef Flori Schuster ein Desaster.

    "Die Weihnachtszeit ist am Heiligabend noch lange nicht vorbei, das sind unsere umsatzstärksten Zeiten und da geht es auch nicht nur um Umtauschen, sondern es geht auch um Einlösung von Gutscheinen, die sind im Moment sowieso der Renner Gott sei Dank." Flori Schuster, Sport Schuster in München

    Viele Insolvenzen drohen im nächsten Jahr

    Doch das kann die Umsatzverluste nicht ausgleichen. Von 14 Milliarden Umsatz wie im Vorjahr können die bayerischen Einzelhändler derzeit nur träumen. Ab Minus 40 Prozent können Einzelhändler staatliche Überbrückungshilfen beantragen.

    Handelsverband Bayern fordert 75 Prozent Entschädigung

    Der Handelsverband Bayern fordert mehr: 75 Prozent Entschädigung beim Umsatz wie bei den Gaststätten. Bereits jetzt rechnet Pressesprecher Bernd Ohlmann mit 5.000 Insolvenzen im bayerischen Einzelhandel.

    "Der stationäre Einzelhandel ist eingebrochen. Die Halbzeitbilanz: durchschnittlich 30 Prozent unter Vorjahrsniveau. Das einzige, was wirklich durch die Decke schießt bei den Umsätzen ist der Online-Handel. 2,6 Milliarden Euro, das heißt, jeder fünfte Euro in diesen Weihnachtsmonaten wird online ausgegeben." Bernd Ohlmann, Pressesprecher Bayerischer Einzelhandelsverband

    60 Prozent weniger Kunden in Münchner Fußgängerzone

    Im Sporthaus Schuster haben sich die Onlineverkäufe verdoppelt und machen 15 Prozent der Umsätze aus. Doch insgesamt setzt das Unternehmen mit seinen 300 Mitarbeitern weiter auf die persönliche Beratung. Die Einzelhändler hoffen, dass die Kunden bald wieder in die Geschäfte kommen. Doch erst einmal wird sich die Lage verschärfen. Schon jetzt sind 60 Prozent weniger Kunden in der Münchner Fußgängerzone unterwegs.

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