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Die Kauflaune ist groß vor Weihnachten, die Geschäfte sind gut bestückt. Aber Corona könnte den Händlern einen Strich durch die Rechnung machen.

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    Gemischte Gefühle beim Einzelhandel

    Schon in wenigen Wochen ist Weihnachten, eigentlich für die Einzelhändler ein Fest der Freude. Doch die Branche blickt mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Wochen.

    Von
    Gabriel WirthGabriel WirthBettina MeierBettina Meier
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    Bei den Einzelhändlern schwankt die Stimmung derzeit zwischen Hoffen und Bangen. Auf der einen Seite sind die Verbraucher kauffreudig wie schon lange nicht mehr, auf der anderen Seite werde die Aufbruchsstimmung aber von Lieferproblemen und der Corona-Pandemie überschattet, heißt es beim Handelsverband Bayern.

    Händler rechnen mit hohen Erlösen

    Die Branche rechnet in Bayern mit einem Rekordumsatz von 14,2 Milliarden Euro in den beiden Weihnachtsmonaten November und Dezember. Das wäre ein neuer Rekord. Die Kauflaune der Verbraucher sei mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau, heißt es.

    Geschäfte auf Ansturm vorbereitet

    Die Lieferprobleme weltweit machen den Händlern offensichtlich wenig Sorgen. Viele Geschäfteinhaber hätten die Schwierigkeiten schon vor Monaten kommen sehen und ihre Lager entsprechend gefüllt, heißt es. So hat der Spielwarenhändler Krömer aus Schrobenhausen bereits im Mai groß eingekauft, um für das Weihnachtsgeschäft gewappnet zu sein.

    "Ich kann garantieren, dass es bei uns keine leeren Regale geben wird. Wir sind momentan so voll wie nie zuvor. Aktuell bekommt man alle Geschenke, die man so haben will. Trotzdem muss ich natürlich auch hier sagen, wenn die Kinder einen bestimmten Wunsch haben, dann würde ich schnell sein. Das hatte man schon in den Jahren zuvor, es kann natürlich schwierig werden Artikel, die mal weg sind, nach zu bestellen." Christian Krömer, Spielwarenhändler

    Corona bereitet zusehends Sorge

    Einen neuen Lockdown befürchtet der Präsident des bayerischen Handelsverbands Ernst Läuger zwar nicht. Er hofft auch, dass es keine weiteren Einschränkungen in den Geschäften geben wird, aber genau lässt sich das natürlich nicht sagen und so findet Läuger deutliche Worte. Er spricht gar von einem Politikversagen.

    Man könne nur hoffen, dass man nicht geschlossen werde oder 2G oder 3G bekomme. Bei einem Lockdown müssten die Händler zumindest entsprechend entschädigt werden, fügt der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Puff hinzu.

    Bayern spendabler als Bundesdurchschnitt

    Für Zuversicht sorgt bei den Händlern eine aktuelle Umfrage unter Konsumenten. Demnach planen Verbraucher in Bayern in diesem Jahr, im Durchschnitt 571 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben - und liegen damit rund 50 Euro über dem bundesweiten Durchschnitt. Für den Hauptgeschäftsführer des Verbands sind diese Zahlen auch Ausdruck der wirtschaftliche Stärke Bayerns.

    Gleich geblieben ist dagegen die Liste der beliebtesten Geschenke. Nach wie vor landen Kosmetik, Körperpflege, Bücher, Schmuck, Gutscheine und Geldgeschenke am häufigsten unter dem Christbaum.

    Lieferengpässe im Spielwarengeschäft

    Die Weihnachtsdeko schmückt schon die Schaufenster in Pfaffenhofen an der Ilm und im nahegelegenen Schrobenhausen. Zwei Standorte von insgesamt 24, an denen Christian Krömer Spielwaren verkauft. Für ihn ist das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr besonders wichtig, nach Lockdown und Umsatzeinbrüchen im vergangenen Jahr, erzählt er. Jetzt kamen auch noch Lieferengpässe hinzu.

    "Es gibt Serien von Lego, wie eine Dino-Serie, die komplett verschoben wurde, obwohl sie im September hätte rauskommen sollen. Es gibt im Kunststoffbereich Probleme. Wir hatten in diesem Jahr Zeiten, da waren einzelne Kunststofftiere gar nicht lieferbar. Da waren die Regale komplett leer." Christian Krömer, Spielwarenhändler

    Händler horten seit Monaten Ware

    Jetzt habe er Gottseidank wieder Nachschub bekommen. In der Firmenzentrale des Spielwarenhändlers im nahegelegenen Schrobenhausen lagert Ware im Wert einer Viertelmillion Euro. Krömer hat sich bevorratet wie ein "Weltmeister", sagt er. Das Verpackungsmaterial musste er sogar in einem Zelt im Hof parken. Auch das könnte im Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr knapp werden.

    Das Spielwarengeschäft von Christian Krömer ist kein Einzelfall. Händler, die es sich leisten können, horten seit Monaten Ware, so der Handelsverband Bayern.

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